Freitag, 12. Oktober 2012
Harzreise
Lebensweisheiten
Kommt von irgendwo ein kaputtes Elektrogerät.
Dienstag, 25. September 2012
Geht so. Nicht.
Also, liebe Linke, natürlich ist Reichtum teilbar. Aber doch bitte VOR dem T! Reich|tum, der.
Ok, reicht|um geht auch, in solchen Sätzen wie: "Der in diesem unseren Lande angesammelte Reich|tum reicht, um davon gut zu leben". Aber ohne vernünftige Grammatik wird das doch wieder nichts mit der neuen Gesellschaft.
Mittwoch, 16. November 2011
15. November, Tag des unbekannten Googlers
"Aber du, HErr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen! Errette meine Seele vom Schwert, meine einsame von den Hunden! Hilf mir aus dem Rachen des Löwen und errette mich von den Einhörnern. (Psalm 22, 20-22)
Eigentlich ein Grund für ein weiteres Kind.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Jahreszeiten
Freitag, 26. August 2011
Die Sprache der Blumen
Donnerstag, 7. Juli 2011
Zufall
Auf einem Symposium.
Von den fünf vortragenden Frauen sind alle fünf promoviert, vier auch habilitiert.
Von den fünf vortragenden Frauen haben drei eine Professur.
Drei der vortragenden Frauen haben keine Kinder.
Die anderen beiden sind alleinerziehende Mütter.
Ordnen Sie zu. Begründen Sie Ihre Entscheidung.
Dienstag, 7. Juni 2011
Wo
Und meine auch, denn er versteckt Dinge bzw., wie er sagt, er räumt auf. Seit etwa einer Woche suche ich seinen Sonnenhut, erfolglos. (Sachdienliche Hinweise oder wilde Vermutungen werden gerne entgegengenommen.) Durch Zufallsfunde der letzten Tage sind dagegen wieder aufgetaucht:
Die Holzeisenbahn in der geschwungenen Rücklehne des Korbsessels.
Die Memory-Karten zwischen den CDs.
Ein kompletter Satz Würfel in meinen Schuhen.
Das Polizeiauto in der Werkzeugkiste.
Beide Bälle im Flurschränkchen.
Omas Brille ganz hinten beim Nähgarn.
Mein Durchschlag in seiner Küche.
Die Container aus dem Containerschiff im Bücherregal.
Seine Malsachen, der Memorykoffer und die Playmomännchen in meinem Schreibtisch.
Das kleine gelbe Auto in der Waschmaschine.
Zweijährige, die aufräumen, sind eine großartige Vorbereitung auf Alzheimer.
Montag, 6. Juni 2011
Sommersprossen
Die neuesten Entwicklungen entbehren nicht einer gewissen Komik.
Freitag, 20. Mai 2011
Gefunden
Vierblättrigen Klee gibt es bestimmt nur an dieser Stelle vor dem Prüfungsamt, dachte ich heute im Garten, Glücksbringer wachsen dort, wo sie gebraucht werden, und da sind ja leider letztes Jahr die Bagger durchgegangen. Ich beugte mich dennoch zum Kleeteppich unter mir und fand, direkt neben meinem Fuß, ein Vierblättriges. Nur eines.
Jetzt bin ich gespannt.
Dienstag, 12. April 2011
Alles wird gut
Gestern standen wir im Bad und leerten gemeinsam sein Töpfchen aus. Baby B. warf Papier ins Klo, spülte selbst und blickte lange in das sich beruhigende Wasser. "Wo AA?", fragte er dann alarmiert, "wo AA, Mami, AA wo?!" Man hat nicht immer Nerv zu langen Erklärungen, also speiste ich ihn mit einem knappen "weg" ab. Er sah mich tröstend an. "Kommt wieder, Mami."
Donnerstag, 31. März 2011
Nachwuchs-Ornithologe
Gespräch 1:
N: "Garten Voga!"
Ich: "Oh, hast Du Vögel angeguckt?"
N: "Nei, futta, Voga futta, Vogahäuscha, Futta kipp!"
Ich: "Und welche Vögel hast Du gefüttert?"
N: "Voga. Und Buchfink. Und Lama."
Ich: "Ein Lama auch?!"
N: "Lama nein...Lama... Amsel!"
Gespräch 2:
Großmutter im Hintergrund: "Guck mal, da ist wieder ein Vogel am Vogelhäuschen. Der Vogel macht Zizibe!"
N: "Zibezi NEIN Voga! Zibezi ist MEISA!!"
Oma hat auch keine Ahnung.
Flüsse
Samstag, 19. März 2011
Was man so denkt beim Blick nach Berlin
sich kann drehn bei Wind und Sturme,
so soll sich mein Händchen* drehn,
ist gar lustig* anzusehn!"
---
*dieses Wort nach eigenem Dafürhalten durch ein dem Kontext angemesseneres ersetzen.
Freitag, 18. März 2011
Weg
5 Jahre. 4 Kinder. 2 Chöre. 2 Patenschaften. 1 Trennung.
1 Freundschaft.
1 Promotion. 1 Habilitation.
1 Professur.
1 Ruf.
1 Abschied.
Unistädte, diese elendigen akademischen Durchlauferhitzer.
Donnerstag, 10. Februar 2011
True love
- ein batteriebetriebenes Polizeiauto mit Sirene und Blaulicht, vor allem aber mit Sirene
- eine Blechtrommel aus echtem Blech
Ich liebe meine Brüder sehr, wirklich. Und sie lieben mich auch.
Montag, 3. Januar 2011
Winterkind
Nö, meinte ich, denn erstens kann er sich, obwohl er geboren wurde, während es schneite, mit seinen eindreiviertel Jahren an keinen Schnee mehr erinnern, und zweitens ist "sich auf etwas freuen" noch ein etwas abstraktes Konzept in dem Alter. Ob er sich über Schnee freut, konnten wir dann aber bald überprüfen, denn es begann zu schneien. Es schneite einen Tag, es schneite zwei Tage, es schneite drei Tage, überall lag die weiße Pracht und Baby B zeigte sich nicht im mindesten beeindruckt, schien das neue Wetter kaum wahrzunehmen. Dann traten wir eines Morgens Ende November vor die Haustür, Markt und Straßen lagen noch immer unter einer weißen Decke, alles glitzerte, und plötzlich blieb Baby B stehen, schaute, staunte, zeigte auf die Schneehauben auf dem Zaun: "Mami, guck! Schaum!"
Und er freundete sich an mit dem Schaum, den er in der Wanne schon liebte, Zeit genug war ja. Er fand ihn zwar "kal'", das aber störte nicht, gar nicht, er genoss es, durch ihn zu stapfen, ihn aufzuheben und zu werfen, sich von Opa auf dem Schlitten ziehen zu lassen, mit uns allen am Deich zu rodeln, das Schaf im Garten mit selbst gesammeltem Schnee zu füttern (das Schaf bevorzugt Äpfel). All das stundenlang, auch wenn wir Erwachsenen längst Eisfüße hatten. "Schaum, Mami!"
Im Advent lag Schnee, Weihnachten lag Schnee, nach Weihnachten lag Schnee, endlich ergeben die Schneebilder im Wimmelbuch einen Sinn und die Postkarten mit verschneiten Bäumen. Neujahr lag immer noch Schnee, und als Baby B. am Abend in der Wanne saß, den Kopf voller Shampoo, da klatschte er mit beiden Händen in den Schaum, ließ weiße Flocken hochspritzen und rief: "Mami, guck! 'Nee!"
Der Vollständigkeit halber
Zugenommen oder abgenommen?
Anfangs ab, dann wieder etwas zu, unterm Strich gleich.
Haare länger oder kürzer?
Kürzer.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich kurzsichtig, aber die Brille ist schiefer und zerkratzter. Wird Zeit für eine neue Brille, um meine Kontaktlinsen auch mal rauszunehmen.
Mehr Kohle oder weniger.
Gleich viel Geld, weniger Leute, also mehr.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Keine Ahnung. Bei meinem normal verfügbaren Geld ist kaum Spielraum für große Ausreißer. Da ich mir aber zwischendurch was leihen musste, wohl mehr.
Der hirnrissigste Plan?
Nach der Konferenz da drüben im gleichen Monat auch noch zig Veranstaltungen zuzusagen und umzuziehen.
Die gefährlichste Unternehmung?
4x über den Atlantik fliegen.
Die fast gefährlichste Unternehmung: In Chile sein, während dort die Erde bebt. Das Beben kam mir aber zwei Tage zuvor, und so bin ich in BsAs geblieben.
Durch eine geschlossene Glastür rennen.
Mehr Sport oder weniger?
Etwa so viel wie mein 2010-Ich, deutlich weniger als das von 2009. Wenig.
Die teuerste Anschaffung?
Die digitale Spiegelreflexkamera und das neue Laptop.
Das leckerste Essen?
Kurz vor Jahresende Miesmuscheln in Weißweinsud von S.
Das beeindruckenste Buch?
Vielleicht Martín Kohan (Ü Peter Kultzen): Zweimal Juni (Dos veces junio).
Oh, und dann war da natürlich noch mein Buch. Aber im Verhältnis zu all der Arbeit, die drin steckt, war der Moment, als die beiden Kartons dann vor mir standen, gar nicht so
beeindruckend.
Das enttäuschendste Buch?
Luiz Claudio Cardoso (Ü Gesa Hasebrink): Der Tag, an dem sie Vater holten (Meu pai, acabaram com ele).
Der ergreifendste Film?
Die Fremde.
Der beste Theaterb4hesuch?
Ich war nur ein Mal im Theater, und das war mau.
Die beste CD?
Am meisten gehört: Yata pata und die anderen griechischen Kinderlieder.
Die meiste Zeit verbracht mit…?
Klar werden.
Zeug.
Baby B. zum Schlafen bringen.
Nicht hinterherkommen.
Die schönste Zeit verbracht mit… ?
Baby B. und S.
Vorherrschendes Gefühl 2010?
Puh!
2010 zum ersten Mal getan?
Jemanden gebeten auszuziehen.
Ein Spiel der 2. Bundesliga im Stadion gesehen. (6:1, gewonnen)
Ein Spiel der 1. Bundesliga im Stadion gesehen. (2:1, verloren.)
2010 nach langer Zeit wieder getan?
Gemeinsam kochen.
Am Deich rodeln.
Herzklopfdingens.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Januar, Februar, März.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Das ist richtig so. (Mich selbst.) (Wollte und habe.)
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Es war nicht so das Geschenke-Jahr.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Der alte Schreibtisch meiner Großeltern aus dem nun aufgelösten Arbeitszimmer.
Die schönste neue Bekanntschaft, die ich gemacht habe?
Der neue Nachbar.
Der folgenreichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
a) Den behalte ich lieber für mich.
b) Den auch.
Der folgenreichste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
a) "...möchte ich, dass Du dann ausziehst."
b) "Du kannst auch bei mir Fußball gucken."
2010 war mit 1 Wort…?
Entscheidungsreich.
Samstag, 30. Oktober 2010
Umziehen als Lebensform
Klar, damit das mit dem Durchschnitt hinkommt, braucht man neben dem Menschen, der z.B. auf seinem elterlichen Bauernhof geboren wird und diesen irgendwann übernimmt und erst viele Jahre später aufs Altenteil im Westteil des Geländes zieht (zählt das als Umzug?), auch diejenigen, die entsprechend häufiger umziehen. Marine-Kinder gehörten bei uns in der Schule dazu, alle 2 Jahre ein neuer Stützpunkt für den Papa und ein Umzug für alle. Ich gehöre auch zu denen, die regelmäßig umziehen, damit im Mittel der Deutschen dann die Fünf rauskommt. In nun knapp dreieinhalb Dekaden Leben bin ich gerade zum neunten Mal umgezogen, Umzüge innerhalb der Auslandszeit nicht mitgerechnet, und dabei waren die Schuljahre stabil: Von der 1. bis zur 13. Klasse kein einziger Umzug! In den übrigen Jahren ist die Frequenz entsprechend höher. Da zahlt es sich aus, wenn man etwas langsam im Einrichten ist: Wo nichts an der Wand hängt, muss auch kein gerade erst gebohrtes Dübelloch wieder zugemoltofillt werden. Unpraktisch dagegen, dass der Berg Zeug immer weiter wächst und die Möbel langsam massiver werden - die Böcke mit Holzplatte wurden beispielsweise gerade durch einen geerbten, geräumigen, echten Schreibtisch ersetzt. Unpraktisch auch, dass ich die Neigung habe, immer oben zu wohnen, jetzt wieder in den Wipfeln der höchsten Bäume. "Es gibt doch so schöne Parterre-Wohnungen", sagte der Möbelpacker, als er die Waschmaschine durchs Treppenhausfenster wuchtete. "Aber man will doch mal ein Eigenheim haben, vielleicht im Grünen", sagen alle jungen Bankkauffrauen, die mir Bausparverträge verkaufen wollen, die ich stets dankend ablehne, da ich nicht weiß, wo ich mal leben werde, und das noch länger nicht. "Irgendwann will man doch bauen", insistieren sie, geschätzte 10 Jahre jünger als ich, und berichten halb ratlos, halb enthusiastisch von ihrem Häuschen in einem der Dörfer umzu, und mit "irgendwann" meinen sie "schon längst". Inkompatible Welten. Ich habe ein Buch geschrieben, ich habe einen Sohn bekommen. Das Haus müssen andere bauen. Ich ziehe um.
Donnerstag, 28. Oktober 2010
Mythen
Mythos 1: Latte macchiato enthält Kaffee.
Mythos 2: Kaffee macht wach.
Bei Mythos 1 drängte sich der Verdacht ja schon länger auf, und dass Kaffee wach machen soll, konnte ich an mir selbst noch nie verifizieren und halte diesen Zusammenhang schon lange für ein Gerücht. Meine Mutter pflegte früher zu sagen: "Ich bin so müde; ich mach mir mal einen Kaffee, dann kann ich schnell etwas schlafen", und genau das tat sie dann. Wobei "schnell schlafen" bei meiner schlafbegabten Mutter hieß, noch deutlich vor Erreichen des Kissens einzuschlafen, was ohne Kaffee der normale Einschlafmoment war.
Das die private Prägung, aber der Volksmund behauptet es ja hartnäckig, positiv wie negativ: "Ich brauch erst mal einen Kaffee zum Wachwerden" oder "Jetzt kann ich keinen Kaffee mehr trinken, sonst schlaf ich die ganze Nacht nicht."
Zum heute durchgeführten Versuch: Als die Nachbarin am späten Nachmittag da war, habe ich ihr und mir Latte macchiato gemacht, dem Kind Kakao. Als die Nachbarin weg und ich allein in der Küche war, hat das Kind meinen Latte macchiato (noch etwa 3 Fingerbreit in einem großen Latte-macchiato-Glas) ausgetrunken. Ich habe den letzten Schluck gesehen, "mmmhm!" sagte er, nickte zustimmend, hielt das Glas hoch, sagte noch "Tee!" und trank aus. Wenig später, nachdem er Pizza gegessen, staubgesaugt und mit dem Bagger gespielt hatte, ist er zur ganz normalen Zeit normal schnell eingeschlafen.
Resultate: Wenn damit (Kind trinkt wesentliche Mengen Latte macchiato, Kind schläft) Mythos 1 widerlegt sein sollte und Latte macchiato eben keinen Kaffee enthält, kann Mythos 2 dennoch wahr sein. Das lässt sich aus der Versuchsanordnung nicht ableiten. Wenn Mythos 2 mit unserem kleinen Versuch widerlegt werden konnte, ist davon dennoch der Wahrheitsgehalt von Mythos 1 noch nicht betroffen. Vielleicht entsprechen, was aufgrund der Faktenlage nicht zu entscheiden ist, beide Mythen nicht der Wahrheit. Ganz sicher aber sind, das kann als Ergebnis festgehalten werden, nicht beide Mythen wahr.
Auch wenn noch Fragen offen geblieben sind, haben wir doch en passant noch eine andere überlieferte Kaffeeweisheit falsifiziert: "Nicht für Kinder ist der Türkentrank". Baby B. findet schon. Lecker.