Montag, 11. Februar 2008

Herz

Die kleine Miriam wird transplantiert. Jetzt. Heute Nacht, sie ist schon im OP.
Ich denk an Euch, lieber Hilko, liebe Elissa, und wünsche Euch und vor allem Miriam so sehr, dass alles gut gehen möge, sie gesund wird und sich alle Hoffnungen, die Ihr an diese Transplantation knüpft, erfüllen.
Alles, alles Gute!

(Mit einem anderen Teil meines Kopfes und Herzens denke ich auch ein bisschen an die andere, unbekannte Familie, und auch an meinen Bruder #1. Die vielleicht mutigste Tat seines Lebens war, nach dem fürchterlichen Unfalltod seines besten Freundes vor zwei Jahren mit dessen Eltern über Organspende zu sprechen. Sie haben dem zugestimmt. Ich fand das sehr tapfer, von allen.)


***
Edit Dienstag, 12 Uhr, Erleichterung:
Miriam ist seit etwa zwei Stunden wieder zurück auf Station, die OP ist überstanden und sie ist Gottseidank stabil.

Kommentare:

  1. Danke. Besonders an Deinen Bruder. Das geht auch mir nahe.

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  2. Schluck. Alles Gute den Dreien.

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  3. Auch von mir alles Gute!
    (Doppelschluck)
    Jule

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  4. Hoffentlich geht alles gut.
    Dank an alle Organspender!
    Anne

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  5. Zu der Geschichte gibt es ja noch einen Nachtrag. Ungefähr 2 Jahre nach Jans Tod haben sich seine Eltern durchgerungen, mal bei Eurotransplant anzufragen, ob denn überhaupt Organe genutzt und transplantiert werden konnten. Dort war man sehr erleichtert, daß sich die Familie endlich meldetet, da Eurotransplant von sich aus keinen Kontakt zu den Spenderangehörigen aufnehmen darf. Es hatten sich nämlich in der Zwischenzeit einige Briefe von Empfängern der Organe angesammelt, die aber auch nicht einfach so weitergeleitet werden durften. Im Endeffekt wurde beinahe alles was transplantierbar ist auch verpflanzt, und so hatten sich eine ganze Reihe von Empfängern gemeldet. Es liegen z.B. einige Briefe eines jungen Mannes vor, der an einer angeborenen Krankheit der Atemnwege litt und der, kurz vorm qualvollen Ersticken, Jans Lungen bekam. Er schrieb, daß er jeden Atemzug in vollem Bewusstsein nehme, daß sein neues Glück direkt mit schrecklichem Unglück anderer Menschen verbunden sei, und er jeden Atemzug dankbar sei für den Mut und die Großzügigkeit des Spenders und seiner Angehörigen. Er schrieb weiterhin, daß er häufiger mal mit seiner neuen Lunge spreche, und an besonders schönen Orten besonders tief Luft hole, um die Eindrücke zu teilen.
    Weitere Briefe gab es von einer Frau unseren Alters, die seit Jahren mehrmals die Woche zur Dialyse musste und durch eine von Jans Nieren wieder ein normales Leben führen konnte. Allen Briefen ist gemein, daß es den Empfängern sehr sehr bewusst ist, woher diese Organe kommen, und was damit verknüpft ist.
    Wenn man das alles liest und zusammenfasst, dann beginnt dieser schreckliche, sinnlose Unfall ein klein wenig weniger sinnlos zu sein, und damit ist nicht nur den Empfängern geholfen sondern auch Freunden und Angehörigen der Spender.

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