Montag, 31. Dezember 2007

31. Dezember 2007

Aus dem nebligen und eisigen Valladolid ein glueckliches Neues Jahr!
Percanto und ich gehen gleich auf die Plaza Mayor, versuchen dann zu jedem Glockenschlag eine Weintraube zu essen (die uebrigen spanischen oder sueadamerikanischen Braueche wie rote Unterwaesche tragen, gelbe Unterwaesche tragen, mit einem Koffer um die Plaza laufen, auf einen Stuhl klettern, mit einem Koffer die Treppen rauf- und runtersteigen,... lassen wir sein) und gehen dann "de bar en bar" und von Tapa zu Tapa.
Wenn wir naechstes Jahr wieder in Deutschland sind, wird auch wieder gebloggt.
¡Ciao, año 2007, que te vaya bien!

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Feliz cumpleaños

Mein kleines Blog hat Geburtstag und wird heute ein Jahr alt!
Flores y café, Sekt und Konfetti für alle:


Danke allen Lesern und Schreibenden des ersten Jahres!
Und besonders Herrn Handfeger herzlichen Dank dafür, mir vor gut einem Jahr so begeistert von Blogs erzählt und mir die Adressen Deiner Lieblingsbloggerinnen verraten zu haben! Damit fing es an. Danke, damit hast Du mir etwas sehr Schönes geschenkt.
Salud!


Dienstag, 18. Dezember 2007

Wohl ein Vogel [oder: Warum ich Skypen mag]

"[...]
[16.12.2007 20:18:56] Neiki : gute seite, danke. muss ich mal mit zeit durchwühlen
[16.12.2007 20:19:22] Percanta : Zeit? Wasn das?
[16.12.2007 20:19:51] Neiki : das was so schnell verfliegt
[16.12.2007 20:19:57] Neiki : also wohl ein vogel
[16.12.2007 20:19:57] Percanta : ah
[16.12.2007 20:20:01] Percanta : verstehe
[16.12.2007 20:20:14] Percanta: werde mal Sonnenblumenkerne um den Computer streuen
[16.12.2007 20:20:21] Percanta : damit sie etwas länger bleibt
[16.12.2007 20:21:01] Neiki : zeitknödel aufhängen
[16.12.2007 20:21:14] Percanta: ja, vergess ich immer
[16.12.2007 20:21:16] Percanta : und das rächt sich dann
[16.12.2007 20:21:44] Neiki
: ich kenn das
[...]"

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Nicht eigentlich


Das nennt man nicht eigentlich schlafen,

wenn man stundenlang wach ist.
Das nennt man nicht eigentlich Tiefe,
wenn das Gedachte nur flach ist.
Das nennt man nicht eigentlich Händel,
wenn die Kantate von Bach ist.
Das nennt man nicht eigentlich jauchzen,

wenn das letzte Wort "Ach" ist.

Das nennt man nicht eigentlich feiern,
wenn das Geburtstagskind fort ist.

Heute wäre er 70 geworden.
Robert Gernhardt, *13. Dezember 1937,
† 30. Juni 2006.

[Aus "Später Spagat". RG auch bei Isa]

Jasper

Heute Nacht ist er geboren, um 4.45 Uhr, während ich neben seinem schlafenden Brüderchen lag und gerade (um 4.47) auf den Wecker seiner Eltern schaute. Ich hatte 'Rufbereitschaft', wenn es losginge würden sie mich anrufen, um J. zu hüten. Am Morgen hatten wir noch mit der kugelrunden Mutter Geburtstag gefeiert, die meinte, irgendwas täte sich, dableiben sollte ich aber nicht, bisher sei ja alles Fehlalarm gewesen, außerdem fände sie weder gemeinsam Geburtstag noch den 13. richtig toll - es würde also bestimmt noch dauern.
Um halb 3 klingelte mein Handy, das seit sechs Wochen nie ausgeschaltet und immer in Reichweite ist, so lag es auch heute Nacht neben dem Wecker. Da ich anders als andere Familienmitglieder keine Rufbereitschaftsroutine habe, erst eine gute Stunde im Bett war und gerade in der ersten Tiefschlafphase seit zwei Tagen, reagierte ich unsouverän: Zuerst stellte ich den Wecker aus. Beim erneuten Klingeln klappte ich das Handy auf, klickte mich durch alle Programme und stellte auch die Weckfunktion am Telefon aus. Dann legte ich das Handy zur Seite, seufzte über die kurze Nacht und schaute auf die Uhr - halb 3 - - - um sofort zu realisieren, dass es natürlich nicht der Wecker war, sondern der lang erwartete Anruf, also mit zitternden Fingern den werdenden Vater zurückgerufen, ja, bitte kommen, Fruchtblase ist schon gesprengt. Beim Telefonieren Schlafanzug gegen Hose und Strickjacke ausgetauscht und in die Stiefel gestiegen, Percanto gebeten, mir ein Taxi zu rufen und zugleich schnell noch ein paar Dinge wie Kontaktlinsen in die fertig gepackte "Kliniktasche" geworfen. Heute Vormittag entdeckte ich, dass ich sowieso ja alles Wichtige vorgepackt, in der Nacht aber so sinnvolle Dinge wie meine Federtasche und zwei Paar Handschuhe dazugelegt habe.

Der Taxifahrer wollte erst "noch mal anhalten, damit Sie sich in Ruhe sortieren können" und verdoppelte beim Stichwort "Geburt" plötzlich die Geschwindigkeit, das Haus war dunkel, aber alle Türen standen offen, um den kleinen großen Bruder nicht zu wecken. Papa gedrückt, er ist ins wartende Taxi gesprungen und seiner Frau ins Krankenhaus hinterhergefahren. Ich habe mir in der dunklen Wohnung mein Lager hergerichtet und lag dann mit Herzklopfen da und lauschte und wartete. J. wurde zwei Mal kurz wach, ließ sich aber durch Streicheln der entgegengestreckten Hand und leises Summen beruhigen. Zwischendurch habe ich auch geschlafen und beim zweiten Trösten gemerkt, dass ich, den Kopf ans Gitterbett gelehnt, längere Zeit statt seines Ärmels die Stoffmaus kraulte. Eigentlich hatte ich mich auf einen langen Tag Warten eingestellt, aber schon um kurz nach 6 schlich sich der nun zweifache Vater in die Wohnung, zerzaust und glücklich. Jasper.
Das Brüderchen erwachte kurz darauf, unterhielt sich mit Papa und Stofftieren, "Hallo, alles dunkel", "Schnuller weg, Maus besser küssen", animierte zum Singen "Papi Schafe hüt?" und fand es unglaublich komisch, dass ich schon da war. Und zwar mit "Schlafanzug an!"
Zum Frühstück in der Küche zwischen all den Geburtstagskerzen und Karten von gestern kam auch der Nachbar von oben, jetzt also, endlich. Mutter und Babylein sind noch im Krankenhaus, so wurde der große Bruder stellvertretend bewundert, alle ergriffen, bleich und ein wenig sprachlos. Mit J. auf dem Arm dann eine Weile am Fenster gestanden und geschaut, wie es hell wurde draußen.
Auf dem Heimweg sind mir lauter ahnungslose Menschen begegnet und drei Schornsteinfeger in vollem Ornat.
Morgen gucke ich mir das Menschlein an; Vater und Sohn sind jetzt mit dem Fahrrad in die Klinik gefahren. "Geht und tragt es in die Welt", sagte er, und das tue ich, glücklich, müde, gerührt.
Willkommen, kleiner Jasper!

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Good morning, good mooooorning!

Morgens bin ich ein Wesen zwischen Mumie und Zombie, sicher ein Anblick schrecklich und gemein. (Verifizieren kann ich das erst nach dem Duschen, wenn ich die Augen lange genug aufhalten kann, und dann ist das Schlimmste ja schon überstanden).
Seit ein paar Tagen ist mein Doktorvater in Deutschland, gestern haben wir uns bei der Verteidung eines Kommilitonen gesehen und für Montag ist ein geplantes Treffen angesetzt, dann mit mitzubringendem Kapitel. Am Abend waren der frischgebackene Doktor, die Kollegen, Kommilitonen und seine/unsere Prüfer gemeinsam essen, sehr fröhlich, weinselig und nett. Allein die Anwesenheit meines Doktorvaters in der Stadt und dass gestern in etwa halbstündigen Intervallen irgendjemand meinen Abgabetermin erwähnte, katapultierte allerdings die Adrenalinmenge in meinem Blut in Bereiche jenseits aller zulässigen Höchstwerte.
Das Festessen endete gegen Mitternacht, ich war um halb 2 im Bett und um 5 wieder wach. Und ich meine WACH. Von 5 bis zwanzig nach 5 versuchte ich wieder einzuschlafen, die Augen blieben aber nicht lange genug zu. Neben mir schnorchelte Percanto und mein Kopf formulierte ganz alleine schon mal Kapitelsätze vor sich hin. Von meinem Schlafunvermögen ist eigentlich die Zeit zwischen 4 und 8 Uhr früh ausgenommen, aber heute morgen war ziemlich schnell klar, dass das nichts mehr würde. Also bin ich aufgestanden, war munter wie sonst frühestens um 10 und habe - nur um Eindruck zu schinden, natürlich - um halb 6 schon mal die Mail meines zukünftigen Zweitgutachters beantwortet. Dann Frühstück vorbereitet, Waschmaschine gefüllt (nein, nicht angeworfen, dann hätten die Nachbarn wieder so geweint), geduscht und einen Geburtstagskuchen für Freundin A. gebacken. Um kurz nach 7 wankte Percanto aus dem Schlafzimmer und versuchte mich wiederzuerkennen. "Was machst Du denn hier? Ich habe übrigens geträumt, dass irgendjemand immer sagt, ich soll aufhören zu schnarchen."
Und einen halben Tag später die Kollegin in der Mensa: "Ich möchte auch was von Deinen Drogen haben, bitte."
Dieser Wirkstoff stellt ein Risiko beim Autofahren, Bedienen von Maschinen oder festen Halt erfordernden Tätigkeiten dar. Wie das mit dem Formulieren aussieht, werden wir erst später wissen.



Montag, 10. Dezember 2007

Knigge

"Entschuldige, ich spreche schon wieder mit offenem Mund."

[Danke, Henrike.]

Samstag, 8. Dezember 2007

Absurde Schilder [5]


Nicht ganz absurd, aber mit schönem Detail. Von Hermano #2, Barcelona.
(Ich weiß, das mit den Bullen an spanischen Stränden könnte man sprachspielerisch noch ausreizen.)

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Percanat

Mit Percanat endlich Teil einer Jugendbewegung sein!

[Warnhinweis: Percanatitis ist extrem ansteckend, epidemische Ausbreitung auf Google verfolgbar.]
[Am Tag danach: Lesen Sie was bisher geschah. ]

rekordverdächtig

Meine Mutter wird beim Schnorcheln seekrank.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

¿Parlez-vous Portañol?

Der immer und mit allen heftig flirtende Herr an der Bibliotheks-Theke betrachtet meinen Ausweis. "Nun müssen Sie mir aber doch sagen, wie man Ihren Namen ausspricht."
Eine meiner meistgewünschten Zugaben, also spreche ich drei Mal meinen Namen vor, der Herr ist sichtlich fasziniert und spricht nach.
"Auf dem Ausweis fehlen Sonderzeichen, die Ihnen Hinweise zu Aussprache geben würden, das N ist eigentlich ein Ñ, also etwa [nj]."
Soso. Aha.
"Ja, und woher kommt dieser Name?"
"Der letzte Teil des Namens ist argentinisch."
Der Herr kokettiert noch mehr, "ach, das ist ja toll. Und warum sprechen Sie jetzt nicht Portugiesisch?"
"Das hat verschiedene Gründe. Erstens macht es dieses Gespräch einfacher, wenn ich mein Anliegen nicht auf Portugiesisch erkläre. Und zweitens ist Portugiesisch auch für Argentinien nicht unbedingt erste Wahl, üblicherweise bevorzugt man dort Spanisch."
"Na, das ist ja ein Durcheinander da drüben!"

[File under: "Ya que estamos aquí, aprendamos algo."]

Montag, 3. Dezember 2007

kurze Ansage

Doch doch, dieses Blog gibts noch. Es wird auch weiterhin befüllt. Ich bin nur gerade damit beschäftigt,
a) durch Nachtschichten mit Rotwein und jetzt Husten-Hausarrest meine Erkältung erst zu vertiefen und dann irgendwann vielleicht zu kurieren
b) einmal zu Hause, die Chance zu nutzen und die verbliebenen funktionsfähigen technischen Geräte in dieser Wohnung außer Gefecht zu setzen: In einem genialen Doppelschlag habe ich gerade erst eine Antenne abgebrochen und dann den Pfefferminztee (vgl. a)) über fast alle Fernbedienungen gekippt. Trocknen noch, mal sehen
c) meine Studenten beim Copy-and-Paste aus Wikipedia zu erwischen und
d) mir Zahlen für die Mittwochsziehung zu überlegen. Aber ich nehm glaub ich einfach die gleichen. Diesmal inclusive 39, das müsste dann vier Richtige mindestens machen.

Freitag, 30. November 2007

Plan [Mitspielen!]

Also, ich gewinne ja am Wochenende im Lotto. Ich weiß nur noch nicht mit welchen Zahlen.
Ich werde vier Reihen spielen: Eine mit meinen Zahlen, eine mit Percantos Zahlen, eine mit gemischten Zahlen - und die vierte möchte ich hier zusammenstellen lassen.
Jeder darf eine Zahl kommentieren, und die ersten 5 Zahlen plus eine von mir werden es. Und wenn diese Reihe den Jackpot knackt, wird großzügig geteilt.
[Jeder nur eine Zahl, jede Zahl nur einmal, zwischen 1 und 49...]
Also, was tippen Sie?

Update 17.40 Uhr: Ich bin um kurz vor 3 aus dem Haus gegangen und habe getippt. Das heißt, Isas Tipp für die 5. Zahl kam zu spät, oder ich ging zu früh. Das heißt, ich habe nun zwei Zahlen beigesteuert, die sich allerdings aus den bisherigen Kommentaren ergaben. Das heißt aber auch, wenn die 39 die einzig fehlende Zahl ist... denken wir diesen Gedanken nicht zu Ende.
Im Kiosk standen an allen freien Oberfläche Leute und kreuzten Zahlen an. Offenbar fast alles Lotto-Anfänger, alle ließen sich das Prinzip erklären und die Kioskbesitzerin erklärte mit Engelsgeduld. Kicherige Stimmung, am Ende habe ich "allen viel Glück" gewünscht, und sie mir.
Wie lange noch?
Update 20.06 Uhr: Naja, fast! Romi und Maik lagen richtig, ich auch (ich habe konsequenterweise den Zwölfelf gewählt, also die 23).
Hälfte richtig heißt Hälfte von 38 Mio, oder? Kommt, nicht enttäuscht sein. Damit kommen wir auch weiter! Für einen neuen Lottoschein wirds reichen.

Donnerstag, 29. November 2007

Hals-Content [3]

Halsweh mal wieder.

("Die Tagesdosis sollte 8 Lutschtabletten nicht überschreiten." Wie jetzt. Gilt vermutlich nur für die Zeit mit Tageslicht.)

(Illustration vom Bruder gemalt, als er noch ein wirklich kleiner Bruder war. Wenn man es groß klickt, kann man die Schnute der Giraffe und ihre schönen blauen Augen sehen.)

Namen international

Wieder einmal Träger außergewöhnlicher Namen in der Sprechstunde gehabt:

Herr Rex Ngwenya
und
Frau Annettes Alfred Hitchcock

Montag, 26. November 2007

Percanta guckt streng

Späterer Abend, Dunkelheit, ich gehe unter der Last meines Rucksacks und der nicht geschafften Seiten nach Hause, als mich im Licht eines Kiosk-Eingangs ein junges Mädchen anhält. Hübsch, brauner Pferdeschwanz, flehender Blick aus braunen Augen:
"Entschuldigen Sie, können Sie mir bitte helfen? Würden Sie für mich da reingehen..."
Sie weist auf die offene Tür des Kiosks und ich ergänze ihre Bitte im Kopf: ... die betrügen mich ums Wechselgeld/ der Typ hinter dem Tresen macht mich so obszön an, ich trau mich nicht allein rein/ ... und knöpfe bereits mein rotes Superheroe-Cape zu, als sie mir 5 Euro hinhält:
"... und mir Kippen kaufen? Ich bin noch keine 16."
Falsche Adressatin, Mädchen.
Ich kaufe aus Prinzip niemandem Zigaretten, ich bringe keine Zigaretten mit und stecke sie auch weder an noch ein. Und ganz sicher kaufe ich keiner Konfirmandin Kippen, weil sie selbst noch nicht darf.
Chupa-Chups?

Samstag, 24. November 2007

Hicken

Mit Schluckauf macht man sich ja ein bisschen lächerlich.
Besonders bei Chorproben.

*hjnc* [Edit 2:10 Uhr: *hjnc*]

Donnerstag, 22. November 2007

Google-Leser fragen, Percanta antwortet

Aus der Fülle der eingegangen Anfragen haben wir einige ausgewählt, die von Interesse auch für die übrige werte Leserschaft sein können.
Als Haupt-Themenkreise haben sich die Fragen nach Organspenden, nach der Bahncard und nach der Sonntagsruhe herauskristallisiert. Das, liebe Leserinnen und Leser, treibt Deutschland um!
Alles medizinischen Fragen werden in eine Sondersprechstunde verschoben, für die wir den jungen Arzt Hermano #1 zu gewinnen suchen. Aus den anderen Wissensgebieten nun einige Fragen im Detail:


limericks zum geburtstag
Ein Limerick ist ein gerngenommenes Geschenk. Soll es auf den Jubilar abgestimmt sein, empfiehlt es sich sehr, selbst zu reimen, was übrigens überhaupt den Reiz eines Geburtstagsgedichts oder sonstiger handgefertigter Geschenke ausmacht; ich weiß also nicht, was Sie hier eigentlich suchen. Selber dichten! Wie ein Limerick formal aussieht, verrät Ihnen gerne Frau Nic. Für den angemessenen Inhalt sorgen Sie dann selbst.
(Gegen angemesse Vergütung lassen die Mitglieder des VHMLH und auch Isas Leser möglicherweise mit sich reden und helfen beim Versen.)

sparkassenkarte entsperren sparkassenkarte wieder entsperren
Wieder?
Genau wie letztes Mal. Und passen Sie in Zukunft auf Ihren Kram auf.

was entspricht nicht der internet-etikette?
Pöbeln, Bilder oder Texte klauen, Saft über die Tastatur kippen.

überraschungseierfiguren wegschmeißen?
Auf jeden Fall! Sofort! Und zwar in den Müll und Deckel zu, nicht etwa bei Ihrer Mutter ins Küchenregal stellen, das ist nicht nett. Sie wissen doch, dass Ihre Mutter nichts mit Gesicht wegwerfen kann, und Geschenke ihrer Kinder schon gar nicht.

teddy wegschmeissen?
Sind Sie wahnsinnig? Sie können doch nicht Ihren Teddy wegschmeißen?! Stellen Sie sich vor, wir würden das mit Ihnen machen. Also. Unglaublich.
[Edit, weil es mir nicht aus dem Kopf ging, als ich heute morgen mit meinem Teddy im Arm aufwachte, ja, so geht man mit seinen Freunden um: Wer Teddys wegschmeißt, der bläst bestimmt auch Frösche auf.]

Bahncard will nicht bezahlt
Wer jetzt genau?

kündigung bahncard 25 2007
Kann man machen. Also, wenn Sie eine Bahncard haben, natürlich. Und 2007 ist auch nicht mehr lang.

wechseln von bahncard 50 zu bahncard 25
Auch das kann man machen, hier allerdings sind die Voraussetzungen eine Bahncard 50, ein charmantes Lächeln und ein wenig Geduld. Und die Möglichkeit, dann zwei Bahncards Ihr eigen zu nennen und zu zahlen, müssen Sie einkalkulieren.

bahncard automatisch verlängert was tun
Zug fahren.

was reimt sich auf decke
Hecke, Wecke/wecke, Schnecke, Zecke, Recke, Flecke, lecke, verrecke, verdrecke, Bestecke, kecke, schlecke...
(Anders als das Reimlexikon bin ich übrigens nicht der Meinung, dass sich "Spital-Wolldecke" besonders gut auf "Decke" reimt.)

5. klasse merkwürdige post
Geht es etwas genauer? Bekommt Ihre 5. Klasse merkwürdige Post? Möchten Sie eine solche verschicken? Erhalten Sie von einer 5. Klasse Post, die einfach nur, nun, merkwürdig ist? Oder sind Sie vielleicht Deutschlehrer und es handelt sich um Hausaufgaben? Gucken Sie nochmal nach.

violeta parra yo pisare las calles nuevamente
Ein großartiges Lied, aber nicht von der ebenfalls großartigen Violeta Parra. Gucken Sie mal bei Pablo Milanés.

nudel brücken bauen
Und in Afrika hungern Kinder.

in welchem bundesland liegt der ruhrpott
Nordrhein-Westfalen.

percanta brille
Ja, meistens aber Kontaktlinsen. Warum?

Eine echte Erweiterung der allsonntäglichen Frage nach der Ruhestörung:
sonntagsruhe fenster putzen
Ob Sie das dürfen? Ich meine: natürlich. Es sei denn, Sie verwenden dafür Laubbläser. Oder leben in meiner Straße, da reagieren einige Nachbarn etwas empfindlich auf alles über 2 Dezibel, und diesen Lärmpegel dürfte schon ein handelsüblicher Putzlappen erreichen.
(Disclaimer: Dies ist keine theologische Antwort. Dafür wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Kirchengemeinde, Danke.)

Übrigens möchte ich all die Sonntagsruhe-Nörgler auf folgende Anfrage verweisen:
Die einsamkeit am sonntag
Also, bevor Sie wegen ein bisschen Bach die Polizei rufen, gehen Sie selber rüber und trinken Sie einen Tee miteinander. Dann ist beiden geholfen.

kann ich die spalten in meinen laminat verschließen
Woher soll ich das wissen? Was haben Sie denn sonst so drauf, handwerklich?

bettdecke für zwei
Kann ich nicht empfehlen. Zwei Menschen, die schlafen wollen = zwei Bettdecken, so sehe ich das. Was allerdings kuschelig sein kann, ist eine Bettdecke für zwei für sich allein zu haben. Doch, gerade im Winter sicher nicht unangenehm. Mit einer Wärmflasche an den Füßen.

matratzen rutschen auseinander
Wann genau?
Lösungsmöglichkeiten: Sicherheitsnadeln, weniger Akrobatik, ein klassisches Bett mit Seitenwänden.

percanta schlafen
Sehen Sie, genau das kommt nämlich dabei raus: Dass Percanta nicht schlafen kann. Also, zwei Decken, nicht bewegen, nicht schnarchen.

lirik illapu auf deutsch
Lyrik. Noch deutscher: Dichtung.

j
Das ist die vermutlich kürzeste Google-Anfrage ever, und bei 2.240.000.000 Treffern bei Suche „j“ staune ich, dass Sie ausgerechnet bei mir gelandet sind! Haben Sie denn gefunden, was Sie suchten?



Montag, 19. November 2007

Vorhin auf dem Heimweg gedacht

Lässig: Nach elf Stunden Job und Bibliothek einfach schon nach Hause zu gehen.
Bedenklich: Das lässig zu finden.

Beiläufige Nebensätze, traurig

eins größer

So, nehme mein Matschauge (aua) zum Anlass, Leserinnenwünsche zu erfüllen. Jetzt mit größerer Schrift - Zwischengrößen gibt es leider nicht.
Besser so?

Sonntag, 18. November 2007

Wohnen, Update

"Kann man denn da wohnen?"
Ja. Heute Nacht habe ich allerdings um 5 Uhr die Wohnungstür von innen abgeschlossen und habe nicht vor, das zu ändern.
Percanto kam um diese Zeit vom Tango aus der Landeshauptstadt nach Hause und stand halb bedröppelt, halb wütend in der Schlafzimmertür: Fahrrad geklaut. Aus dem Keller heraus. Als er kam, stand die Haustür sperrangelweit offen und er schaute sicherheitshalber in den Keller; wir hatten nämlich schon einmal Übernachtungsbesuch dort unten, der uns auch noch hübsch alles vollgekotzt hatte. Penner fand er heute Nacht nicht, sein Fahrrad allerdings auch nicht.
So ein Mist. Erstens war es ein gutes Rad, zweitens überhaupt, und drittens ist es ein großartiges Gefühl, dass nachts einfach jemand in Dein Haus spaziert.



Samstag, 17. November 2007

Wohnen

Gestern Abend hat eine Mitsängerin den halben Chor bekocht, Anlässe gab es diverse, einer war ihre neue Wohnung. Wir saßen auf Umzugskisten oder selbst mitgebrachten Hockern, aßen mit schwerem Silberbesteck weihnachtlichen Hasen mit hausgemachten Semmelknödeln und waren von Essen und Wohnung sehr beeindruckt. Drei Zimmer in einer Fachwerk-Altbauwohnung, anders als unsere eigene Fachwerk-Altbauwohnung aber ohne Laminat und Papp-Zwischenwände mit hässlichen 80er-Jahre-Türen in Normhöhe (bei 3,50m-Decken), sondern komplett mit Dielenböden und den ursprünglichen, oben halbrunden Türen samt angeschliffenen Glasscheiben - wunderschön.
Gestrichen waren die Wände in einem erstaunlichen Mintgrün (Schlafzimmer), Zartgelb (Arbeitszimmer) und abgetöntem Blau (Wohnzimmer), Wohnzimmerdecke in einem noch dunkleren Blau, Tendenz Flieder, alle Absätze, Türen, Rahmen weiß. Dazu alte oder extrem moderne Möbel, im blauen Salon standen außer den unausgepackten Kisten nur ein Sekretär, ein Flügel und ein knallgrünes Sofa.
Die Mitsängerin erklärte uns die doch überraschenden Farben der Wände: Keine Ikea-Inspiration, kein Feng-Shui: Sie ist Historikerin und hat sorgfältig genau die Farbtöne ausgewählt, die üblich waren, als das Haus im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Stimmt - diese Farben kannte ich aus Goethes und Schillers Wohnhäusern in Weimar. Eine Konsequenz, die ich mitsamt den Brüchen (Sofa) sehr schön finde.

(Und die eigene Wohnung erscheint umgehend schrabbelig und lieblos - im Vergleich zum Eingangsbereich des Hauses, der in einem Durchgang zu den Hinterhöfen liegt und darum Pennern Nachtquartier und Sprayern Platz für Graffiti bietet, ist allerdings auch sie fast "Schöner Wohnen". Als ich heute Vormittag das Haus verließ, kam eine Kleinfamilie vorbei, d
as Kind schaute mich und unsere Haustür an, fragte im Weitergehen die Eltern: "Kann man denn da drin wohnen?" Man kann. Trotzdem der heiße Wunsch nach weißen Flügeltüren.)


Donnerstag, 15. November 2007

Verschiedene Erkenntnisse zu Geistis

Aus Anlass meiner Kündigung bei Brotjob 1 (ich habe ein Stipendium! Ich habe ein Stipendium!) hier ein altes Posting, was ich noch bearbeiten wollte und dann vergessen habe. Jetzt unbearbeitet und mit einem halben Jahr Patina.
* * *
Letzte Woche haben die Putzfrauen in der Bibliothek aus irgendeinem Grund mitten am Tag alle Glastüren geputzt. Ich saß mit dem Rücken zu einer Frau, die eine große Scheibe wienerte und sich wirklich sehr bibliotheksleise verhielt. Dennoch konnte ich mich nicht auf meinen Text konzentrieren, weil ich mich so unwohl gefühlt habe: Da zu sitzen und zu lesen, während sie dort arbeitet.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass das was ich da tue, auch Arbeit ist. Auch wenn ich keine Gummihandschuhe dabei trage.

Den Studenten im allgemeinen und uns Geisteswissenschaflern im besonderen wird gerne unterstellt, wir würden in den Tag hineinleben, bis Mittag schlafen und danach, wenn wir Literaturwissenschaftler sind, quasi zu unserem Vergnügen Romane lesen und das Studium nennen.
Nach einigen Erfahrungen im (Niedriglohn-)Arbeitsleben (vgl. dazu die Kampagne "Mileurista = Tausendeurist") komme ich zum Schluss, dass das Zeitmanagement tatsächlich eines der Geisteswissenschaftler-Probleme ist, allerdings ganz anders, als das Klischee will.

In meinem Brotjob 1 sitzt neuerdings eine Azubine im Zimmer nebenan, sie lernt Sachbearbeiterin (vulgo Sekretärin, oder?) und soll für die nächsten Wochen in unserer Abteilung arbeiten und lernen. Ich bin deshalb gebeten worden, sie bei interessanten Fällen zu mir zu holen und bei Fragen ihrerseits zu helfen und zu erklären, ihre Arbeit aber nicht zu erledigen, außerdem solle ich gelegentlich Aufgaben abgeben. Die Azubine trägt kurioserweise den Namen eines sehr schlanken Baumes, nennen wir sie hier Frau Fichte; ihr Körper entspricht dem Bild aber gar nicht, sie ist, wie sagt man das pc, "gewichtsmäßig herausgefordert" und bewegt sich betont langsam. Sie geht aber relativ regelmäßig aus dem Büro und dem Gebäude, und ich habe mich immer gefragt, wo sie hin will, bis mir gestern aufging, dass sie einfach Pause macht. Da wir anderen drei v.a. Beratung machen und eigentlich immerzu jemanden im Zimmer oder am Telefon haben, ist "Pause" eine ganz neue Idee. Gut, sie soll Pausen machen!
Mein Morgen bei Job 1 sieht normalerweise so aus, dass ich Menschen berate, lange Gespräche in allen verfügbaren Sprachen oder notfalls mit Zeichensprache und Bildchen führe und versuche, sie einen Schritt weiter zu bringen auf dem Weg hin zu Kommunikation und Integration. Außerdem führe ich Papierkrieg mit verschiedenen Ämtern und Einrichtungen, beantworte Mails und Telefonate, schicke Briefe nach Tunesien, in den Gaza-Streifen oder Kamerun, und zwischendurch renn ich immer die Wendeltreppe in den 2. Stock hoch, um im Postraum Pässe und Anträge zu kopieren.
Alles ganz normal. Ich gehe zwar nicht erst, wenn ich mit allem fertig bin, aber doch auch nicht, bevor nicht alle Leute, die vor der Tür warten, einmal bei mir waren. Dienstschluss ist darum ein dehnbarer Begriff. Wie gesagt, alles ganz normal und kein Grund, sich zu beschweren.
Am Ende des gestrigen Tages mit Frau Fichte wurde mir plötzlich die grundsätzliche Differenz zwischen einem Geisteswissenschaftler üblicher Prägung und einem Azubi oder ehemaligen Azubi üblicher Prägung klar.
Ich hatte seit etwa 20 min Schluss und musste dringend zu Brotjob 2, hatte gerade noch einen Brief zugeklebt, der ebenfalls dringend weg musste. Natürlich könnte ich ein weiteres Mal die Wendeltreppe zum Postraum im 2. Stock hochlaufen und mache das üblicherweise auch mit der Post der Zimmernachbarn. Ich war aber wirklich in Eile und fragte, während ich packte, Frau Fichte, ob sie noch einmal hochgehen würde.
Frau Fichte: "Ja."
Percanta: "Schön. Wären Sie so nett und würden den Brief hier mit in den Postraum nehmen?"
Frau Fichte [guckt mich lange an]: "In den Postraum? Naja... SO hoch wollte ich eigentlich nicht gehen. Nur in den ersten Stock."
Percanta: "Ach, Frau Fichte, wenn Sie es dennoch irgendwie einrichten könnten, wäre ich Ihnen wirklich sehr verbunden."
Sie hat dann nachgegeben.

Daraus abgleitete Erkenntnisse am Abend:
Geisteswissenschaftler lernen im Studium vor allem dies:
Dass es normal ist, zu frei definierbaren Zeiten zu arbeiten. Frei definierbar heißt vielleicht im Studium auch mal "irgendwann anfangen", heißt aber insbesondere, keinen Endzeitpunkt zu haben. Um von Überstunden zu reden, müsste man ja erst mal die normale Arbeitszeit definieren, was üblicherweise wegfällt. Also ist mehr arbeiten ganz normal.
Dass man zwar lange studiert, aber dafür weder als Praktikant noch im Job Geld verlangen kann. Wir machen ja etwas, was Spaß macht, und andere Germanisten/ Romanisten/ Historiker gibt es wie Sand am Meer.
O-Ton eines Telefonats, in dem meine Dienste als Übersetzerin angefragt wurden: "Mein Chef hat gesagt, ich soll erst mal fragen, ob Sie es umsonst machen." Äh - nein?! Inzwischen nicht mehr. Es sei denn, ein Verlag haut mich übers Ohr.
Frau Fichte dagegen ist es glaube ich völlig klar, dass sie für das, was sie tut, auch Geld verlangen kann. Und wieviel.
Wir müssen das erst mühsam lernen.
Und aufhören und Nein sagen und nach Hause gehen auch.
* * *
So, jetzt lese ich weiter und nenne es "Arbeit".


Mittwoch, 14. November 2007

aus dem Tagesgeschehen

Wenn die geneigten Leser mir vielleicht noch für zwei Stunden die Daumen drücken mögen? Die Kommission berät und entscheidet in diesen Augenblicken über meinen "Plan B".
Danke.

(And now to something completely different: Schnee, auch hier.)


Edit 19:13 Uhr:
"Antrag in vollem Umfang gebilligt."
Das heißt: Stipendium! Und das heißt: Sekt!
Und zwar für Euch, Danke allen Glück-Wünschern!



Sonntag, 11. November 2007

Wein

So richtig ist der Funken nicht übergesprungen bei der Lesung von Antje Rávic Strubel. Große Heiterkeit auf beiden Seiten löste allerdings die Anmoderation aus. Die niedliche, lockige Germanistikstudentin stellte Rávic Strubel dem Publikum vor, berichtete von Leben, Büchern und Erfolgen und kam schließlich zu den Preisen: "... außerdem bekam sie 111 Flaschen Wein", stutzte, guckte ins Publikum, zuckte mit den Schultern: "Was auch immer man damit macht."
(Publikum und Autorin halfen mit Vorschlägen aus.)


Freitag, 9. November 2007

Wetter auch

...erreicht in Böen Orkanstärke mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu. Wetter auch, und dann pflegt mein Vater dies zu zitieren: "O wie ist der Mann zu loben, der solch unvernünftges Toben/ Schon im voraus hat bedacht und die Häuser hohl gemacht!"

Korrekt

J. ist inzwischen 18 Monate alt und fröhlicher Besitzer eines großen Wortschatzes. Wenn er einen Silberlöffel im Mülleimer versenkt, kommentiert er das im Tonfall seiner Mutter mit "Ach nee, ne", er weiß, dass der Hund (sein Opa hat ihm "Wauwau" abtrainiert und "Hund" beigebracht) im Bilderbuch "angeleint" ist und bestellt an der Fleischtheke selbständig "Lami" und "Dieschen" (dass die Radieschen nicht bei der Wurst liegen, bekommen wir später). Sein Sprachzentrum funktioniert auch nachts ausgezeichnet, weshalb seine Mutter jetzt bei den Schlafliedern schummelt - einige Texte provozieren noch aus dem Halbschlaf Fragen. Blümelein geht, Äugelein nicht.
Beim die ganze Liederzeremonie abschließenden "Müde bin ich, geh zur Ruh', schließe meine Äuglein zu" kommt aus der dunklen Tiefe des Gitterbettchens ein "Augeln? Mami, AugeLn?", und um nicht nachts in linguistische Diskussionen zu treten, schließen wir jetzt Augen, nicht Äuglein.

(Findet Sprachschützerin Google übrigens auch. "Meinten Sie "Augen zu"?")


Mittwoch, 7. November 2007

Nerven zeigen & immer schön im Kreis drehen

Frust zusammen mit Panik ist keine so richtig gute Kombination.
(Und dass finanzielle Sorgen einen derartig blockieren können, hätte ich früher auch nicht für möglich gehalten.)


Montag, 5. November 2007

Das Gold-im-Mund-Paradoxon

Großartig, die neue Woche mit einem Paradoxon zu beginnen. Ich kam mir trotzdem ein bisschen dämlich vor, als ich heute Morgen ins Büro gestolpert kam:
"Tut mir leid, ich bin zu spät, weil ich viel zu früh aufgestanden bin."
Doch! Wirklich!
Ich bin so früh aufgestanden, dass ich nicht nur mit dem Herrn Gemahl frühstücken konnte, sondern auch noch angefangen habe, Dinge zu tun, für die ich sonst niemals vor dem Brotberuf am Montag Zeit habe. Das morgige Seminar planen, Mails beantworten und diese einen Unterlagen suchen. Und ohne meine übliche Hetze am Morgen war es dann plötzlich halb und ich hatte noch den Handtuchturban auf dem Kopf. Und war 10 Minuten zu spät bei der Arbeit.
Morgen ignorier ich den Wecker wieder.


Samstag, 3. November 2007

Merlix schaut in die Zukunft

... und schreibt mir ein Horoskop. Ihnen bestimmt auch, hier. So wird meine Woche:

Löwe

Na, das hatten wir schon mal schöner. In dieser Woche besser mal den Ton etwas leiser drehen, ein paar Auftritte auslassen und vielleicht den einen oder anderen Abend zuhause bleiben. Sollten Sie zuhause übrigens seltsame Stimmen hören – machen Sie sich keine Sorgen. Wahrscheinlich sind Sie nicht verrückt, sondern haben nur Familie. Mit der könnten Sie bei der Gelegenheit auch mal wieder ein paar Worte wechseln.

Das einzige Horoskop mit Kommentarfunktion übrigens, feine Sache. Aber das mit den Abenden versteh ich nicht. War gestern (wie auch vorgestern, nebenbei bemerkt!) doch schon kurz nach Mitternacht zu Hause, und heute habe ich nach der Bibliothek nur noch diese Probe, für das Konzert morgen Abend, und... Entschuldigung, ich muss los.

Freitag, 2. November 2007

Freitagsfisch


Mittagessen in der Mensa. In das Gespräch mit der Kollegin vertieft merkte ich erst kurz vor der Schwanzflosse, dass diese panierte Scholle noch fast völlig roh war.
Jetzt versuche ich meinen Magen davon zu überzeugen, dass das ja auch nicht viel anders ist als Sushi. Sushi à la Mensa.


(Mit Illustration, als Ausgleich zum fehlenden Bild in der Sidebar.)

Donnerstag, 1. November 2007

Frage an die werten Leser

Liebe Blog-Leser,
was sehen Sie hier eigentlich?
An einem fremden Computer habe ich heute gemerkt, dass im Explorer meine Blogroll auf der rechten Seite nicht angezeigt wird, auch mein nach Schubladen sortiertes Blogarchiv oder das Profil (in dem eh nichts steht) sind weg. Dort sind nur ein paar gestrichelte Linien.
Im Firefox kann ich das alles sehen.
Explorer-Nutzer, was kann man von Ihren Computern aus in der rechten Spalte lesen? Und ganz unten auf der Seite?
Wie ist es bei Opera oder Safari oder...?
Und, noch wichtiger: Weiß jemand, wie man das Problem beheben kann?
Danke!
---
Edit:
Zur Hülfe!
Jetzt lässt sich auch das Bild rechts oben nicht mehr ändern. [Eigentlich hab ich wirklich genug vom schlechten Wetter auf Chiloé.] Meine ganze Sidebar kollabiert, jetzt aber mit Fehlermeldung: "Please correct the errors on this form". Hä?
Rettet mir.
---
Verzweiflung.
Neue Vorlage ist sehr länglich, ändert aber nix an den Problemen. Jetzt kann ich gar keine Bilder mehr in die Sidebar stellen.
"Bitte korrigieren Sie die Fehler im Formular." WIE?!
Heul.

Mittwoch, 31. Oktober 2007

... watching you!

Nach Wochen mal wieder eine Frage im Übersetzer-Forum beantwortet und umgehend von einem Kollegen via Mail eins aufs Dach gekriegt:
"Schimpfen, liebe Percanta, muss ich dich, denn: Du musst deine Diss. schreiben, liebe Percanta!!"
Jaaaaa. Mach ich ja jetzt auch wieder.
(Dass ich auch noch blogge, bleibt bitte unter uns.)

Dienstag, 30. Oktober 2007

Göttinger Herzchen

Der Untertitel "Krankenhausblog" verheißt nichts Gutes. Wenn es auch noch ein Blog über das Leben eines Kleinkindes auf der Intensivstation ist, erst recht nicht. Gestern Nacht habe ich "Berlin Heart - Miriams Krankenhausblog" komplett durchgelesen und muss das alles erstmal sacken lassen: Miriams Vater Hilko ist ein Kollege von mir, seine Frau Elissa war in einem meiner letzten Deutschkurse meine Schülerin. In diesem Kurs war sie schon mit Miriam schwanger, ein entzückendes deutsch-taiwanesisches Baby, das heute ein gutes Jahr alt ist. Seit Juni warten sie auf ein Spenderherz.

***
Edit: War hier ja schon einmal aus anderem Anlass Thema: Informationen über Organspender-Ausweise gibt es hier.


Freitag, 26. Oktober 2007

Neue Perspektiven

Meine Freundin M. ist Psychologin und arbeitet im Moment mit Zwangspatienten. Also mit Leuten, die zwanghaft Dinge tun, nicht mit Leuten, die gezwungen sind, ihre Patienten zu sein, Sie verstehen mich schon.
Ihre aktuelle Patientin hat vor allem einen sehr ausgeprägten Wasch- und Putzzwang, gegen den sie nun mit täglicher Gesprächstherapie und Konfrontation angehen. Diese Woche hat Freundin M. einen Tag bei der Patientin und ihrer Familie verbracht (zwei Kinder und ein Ehemann, die nichts aus der infektiösen Welt da draußen mit ins Haus bringen dürfen, die sich nicht allein die Schuhe ausziehen, den Ranzen abnehmen oder auch nur die Haustür aufschließen dürfen, die quasi erst durch ein Desinfektionsbad müssen, bevor sie klinisch rein den Wohnbereich betreten). Bei ihnen zu Hause, da wo es also richtig weh tut, haben sie geübt, Dreck auszuhalten: Das kleine Kind dufte beispielsweise einmal allein von draußen reinkommen, ohne dass die Mutter eingreifen und es abkärchern konnte. Dann haben sie mutwillig Schmutz in die Wohnung getragen - naja, "Schmutz": Sie haben im Garten ein paar Grashalme abgeschnitten und einzeln ausgelegt, und die Frau durfte sie nicht sofort aufsammeln und den Boden wischen. Dann hat meine Freundin sogar ein bisschen Blumenerde auf dem Laminat verteilt, worauf die arme Patientin wohl hysterisch reagiert hat - man müsse Bagger kommen lassen und das Haus abreißen, das sei nicht wieder gutzumachen.
Die letzte Übung des Tages war "ungründlich putzen". Extra eine Ecke im Flur auslassen. Nur einmal pro Zimmer das Wischwasser wechseln. Die beim Putzen entstandenen Fingerabdrücke nicht gleich wieder desinfizieren.
Es ist für alle Beteiligten ganz furchtbar und die Frau tut mir wirklich leid, aber bei der letzten Übung musste ich doch sehr lachen - Kurse in "ungründlich putzen"! Das kann ich! Ich schmeiß die Diss und biete Seminare zu schlechter Haushaltsführung an.
Inhalt der ersten Stunden werden Nicht-unter-dem-Schrank-fegen, Handtücher-nicht-auf-identische-Größe-falten und Nur-um-die-Blumentöpfe-
herum-wischen behandelt, der Aufbaukurs umfasst Wollmäuse-hegen, Kontoauszüge-irgendwo-liegen-lassen und Krümel-auf-der-Tischdecke-ignorieren.

Der Professionalisierungsbereich könnte nach mehrjährigem Training mit dem Modul "Die Tiefen des Kühlschranks - Schimmel, ignorieren und züchten" abgeschlossen werden.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Fundstück

Von der Homepage einer Fotografin:

Fotodesignerin aus Leidenschaf
und Liebe zum Details.

Soso.

Montag, 22. Oktober 2007

Geburtstagsgeschenk


"Hey", sagte mein Freund Th., "Du bist manchmal ganz schön selbstbewusst."
Ich bin da nicht so sicher, aber das, was Günter Grass hier in der Hand hält, mit gelber Schleife umwickelt, ist mein Buch.



(Wer die Dame ist, weiß ich nicht; ich bin's nicht.)
Ich habe es ihm am Samstag bei seiner Geburtstagsfeier in unserer Stadt geschenkt, und hier liegt es tatsächlich mitten auf seinem Geburtstagstisch, neben der rot-weißen Blechtrommel:


[beide Fotos Tageblatt]

Allerdings habe ich es ihm nur in die Hand gedrückt, etwas von "Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag ... bin Übersetzerin ... Buch schenken... schöne Illustrationen" stotternd.
Was ich - bewusst - nicht getan habe: Mir - wie die Dame auf dem Foto - die Blechtrommel signieren lassen. Ein Geschenk zu machen erschien mir viel schöner, und das finde ich immer noch.
Was ich ebenfalls nicht getan habe, wonach mich aber jetzt natürlich alle fragen: Etwas in das geschenkte Buch schreiben, oder eine Karte dazulegen. Weil mein Sternzeichen "Pessimist" ist, und ich hätte nie gedacht, dass ich bei einer Veranstaltung mit 2.500 Leuten einfach am Ende
ohne Dängeln und Schlangestehen zur Hauptperson gehen kann. Da aber mein Aszendent "Man weiß ja nie" ist, habe ich drei Minuten vor Aufbruch zu Hause doch noch eine Schleife um das Buch gewunden und es eingepackt - für Karten war da keine Zeit, und zur Frage "eine einpacken? Im Saal beschreiben?" sagte der Pessimist in mir: "Quatsch. Wozu. Du wirst das Buch eh nachher wieder nach Hause tragen." Und der Realist: "Um Herrn Nobelpreis eine Karte zu schreiben, brauchst Du sowieso länger als einen Abend." Womit er vermutlich recht hatte.
Ist auch ganz egal: Ich habe Günter Grass meine Übersetzung geschenkt, ich habe ein Foto von ihm mit dem Buch in der Hand, und jetzt liegt dieses Buch vermutlich irgendwo bei ihm zu Hause. Das bereitet mir auch heute noch eine kleine glucksende Freude.

Der Autor dieses Lyrikbandes selbst hat es übrigens ähnlich gemacht, als er hier in Deutschland war. Sein erster Weg führte zu Lichtenberg, und er wollte unbedingt ein Foto von ihm, Lichtenberg, mit seinem, meinem, unserem Buch in der Hand:



[Foto: Percanto]
Hat irgendwie Ähnlichkeit mit Amélies Gartenzwerg, unser Buch.

Samstag, 20. Oktober 2007

Merkwürdiges Vergnügen

Läuft die Nachricht von 19:23 Uhr unter "Entertainment"?
(Überhaupt pflegen die Leute merkwürdige Arten des Amusements.)


Naja, wer's mag.
[Quelle]

Donnerstag, 18. Oktober 2007

... und dann noch:

Wer tut eigentlich den ganzen Zucker in die Vollmilchschokolade?
Das kratzt doch im Hals. Bäh.

tippen, löschen, tippen, löschen

"... ein Land mit hoher Dichterdichte."
Himmel, hilf beim Formulieren!

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Fakirstochter

Manche Mütter sind mir dann doch etwas zu entspannt mit ihren Kindern.
Am Nachmittag habe ich bei meiner Cousine ausgeholfen, Modedesign mit Schneiderwerkstatt im Laden. Eine Frau mit kleiner Tochter, maximal ein Jahr alt, guckte sich neben dem großen Spiegel, wo die Kleider bei Anproben abgesteckt werden, eingehend die Pullover an. Werkstatt, Schneidern, Abstecken: Da liegt schon mal was rum, Fäden, Pailletten oder Stecknadeln findet man eigentlich immer.
Das kleine Mädchen saß auf dem Fußboden, die Mutter stand mit dem Rücken zu ihr in den Pullovern und fragte mich nach einer größeren Strickjacke. Wollte ich ihr gerne suchen, da ich aber auf dem Weg zu ihr sah, dass dem Kind ein Stecknadelkopf aus dem Mund schaute, bin ich erst einmal vorsichtig in die Knie gegangen. "Na, darf ich dir das mal wegnehmen?", bloß nicht erschrecken, atme jetzt bitte nicht tief ein, um besser schreien zu können, Kind!
Nadel gerettet und ich erklärte der Mutter, dass ich ihrer Tochter nur kurz die Stecknadeln aus dem Mund nehmen würde, dann käme ich zu ihr, währenddessen überprüfte ich noch Händchen und Mund, gut, alles in Ordnung, Kind soweit entnadelt und keine weiteren in Reichweite.
Die Mutter warf einen knappen Blick über die Schulter, "Nadeln? Ah ja, und? Haben Sie die Jacke jetzt auch in weit?"
Nadeln sind die neuen Kekse, oder wie?

Sonntag, 14. Oktober 2007

Aus ein Ander

Wenn eine eigentlich gute Studentin und an gehende Philologin mit Deutsch als mutter Sprache in ihrer Haus Arbeit fast alle zu sammen gesetzten Wörter aus ein ander schreibt und Groß und klein Schreibung munter Mischt, wirken neue Komposita wie ihre "Gesellschaftlichenstrukturen" fast Er frischend.

An Strengend.

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Stockbrot (das)

Etosha hat mir dieses Stock zugeworfen (danke!) und möchte wissen, wie meine Speisekammer befüllt ist. Leider bin ich keine Meisterin der Kochkunst, anders als meine Mutter, meine Großmutter oder gar meine Urgroßeltern, die ein Restaurant hatten und sogar eine Mahlzeit im Familiennamen führten. Es schmeckt zwar meist, und nicht nur mir, aber ich mache nur eine relativ begrenzte Zahl verschiedener Gerichte, weshalb die hier gefragte Zutatensammlung auch nur mäßig spannend ist. So etwas Schickes wie Zitronengras gibt es bei uns nicht zu bewundern.
Als ich letztens bei meinem Cousin gekocht habe, warnte ich ihn vor: Das sei zwar im Prinzip ein Rezept meiner Mutter, ich könnte aber nicht versprechen, dass es auch so gut werde wie bei ihr. Er: "Es ist mir egal, ob es schmeckt wie bei deiner Mutter. Hauptsache, es schmeckt wie bei meiner Mutter!"
Da Percanto bisher weder wie meine noch wie seine Mutter kocht, sondern gar nichts (gar nichts), gebe ich meine bescheidene Kunst gerade an ihn weiter. Das läuft als "Selbstgesteuertes Lernen" und ist Teil seiner Ausbildung - ein Teil, den ich sehr begrüße! Und so sieht Kochkurs bei Percant@s aus:

1. Welche Essige stehen in deiner Küche?
Essige? Ich wusste gar nicht, dass es da einen Plural gibt.
Nur Balsamico.
2. Welche Öle?
Olivenöl aus dem Supermarkt nebenan, Sonnenblumenöl und ein winziges Fläschchen Olivenöl aus dem letzten Urlaub in Ligurien.
3. Welche Sorten Reis stehen dir derzeit zur Verfügung?
Basmatireis, Milchreis, billiger Supermarktreis (der vielleicht bessere, auf jeden Fall teurere kommt nur in Kochbeuteln. Wie kann man denn Reis in Kochbeuteln kochen? Wir jedenfalls machen Reis so: Zwiebeln in Öl (siehe oben, Oliven-) anbraten, Reis in diesem zwiebeligen Öl schwenken, statt Salzwasser mit Brühe aufgießen, ein paar Pfefferkörner dazu.) In Sachen angebrochener Basmati hege auch ich Lebensmittelmotten-Befürchtungen.
4. Welche Sorten Nudeln?
Spaghetti, grüne Bandnudeln aus Schwaben, weiße Bandnudelnester, Lasagne, Maultaschen (in die Tiefkühltruhe verfrachtet), und in dieser einen Tütenhühnersuppe sind Sternchennudel drin.
5. Welche Zuckerarten hast du in deiner Küche?
Kandis (siehe auch 7.), ganz normalen weißen Zucker, braunen Rohrzucker, braunen Öko-Rohrzucker, Vanillezucker.
6. Von welchem Gewürz hast Du die meisten Varianten in Deiner Küche?
Basilikum, glaube ich. Jedenfalls in den meisten Kombinationen: Basilikum Marke 1, Basilikum Marke 2, Basilikum in "Italienische Kräuter", Basilikum in "Französische Kräuter", Basilikum in "Arrabiata", Basilikum im Blumentopf auf der Fensterbank.
Auch: Pfeffer in rot, schwarz, grün und als Cayenne.
(Percantos Aha-Erlebnis bei der letzten Kochstunde war das Pfefferwunder. Die Pfeffermühle war leer, ich habe ihm gesagt, er solle oben den kleinen Deckel aufmachen und Pfeffer nachfüllen, den ich ihm in einem Tütchen reichte. Großes Staunen. "Du tust da oben kleine Kugeln rein und unten kommt Pfeffer raus? Nicht schlecht!")
7. Welches andere Nahrungsmittel hast du in auffallend großer Variantenzahl vorrätig?
Wenig originell: Tee. Auffallend viele Sorten - 20 -, weil ich davon fast nur eine trinke: Schwarz, Ostfriesenmischung, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Davon haben wir noch etwa 4 kg. (Danke, Mutti!)
Gelegentlich trinke ich Pfefferminztee, und wenn es die Sache verlangt, auch Kamille, seltener Darjeeling oder Earl Grey.
Außerdem habe ich Hibiskustee, Früchtetee rot, Beruhigungstee vom Examen (gut, der hätte den letzten Umzug auch nicht überleben müssen, aber man weiß ja nie), grünen Tee in Beuteln, losen grünen Tee mit Zitrone, schwarzen Tee mit Karamell, Rooibos Zitrone Minze (ohne Bindestriche), Rooibos Bratapfel (den haben wir glaub ich zur Hochzeit bekommen, hm, vor fast 4 Jahren), türkischen Apfeltee (Mitbringsel von den Eltern), türkischen schwarzen Tee (aus dem Laden unten), kleine nicht zu identifzierende Mischung mit Rooisbos, eine noch kleinere nicht zu identifizierende Mischung mit schwarzem Tee, je einen kreisförmigen Beutel "Grüntee Orient", "Grüntee Grapefruit", "Grüner Tee Jasmin" (urgs, irgendwelche Proben anscheinend). Außerdem etwa 3 kg Yerba Mate "Taragüí". Mate trinken wir in Deutschland auch (zu) selten, fast nur wenn Eduardo zu Besuch ist.
Ich habe im Moment keine Schokolade hier. Und nur eine Eissorte, nanu.

Ein unverzichtbares Koch-Utensil ist übrigens die blaugeblümte Schürze, die ich von meiner Großmutter geerbt habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

8. Speiserkammerstock anbieten:
Hermano #1, Du bist doch ein großer Koch geworden, erzähl Du doch mal, was in Deiner Küche steht. In Ermangelung eines Blogs darfst Du es in den Kommentaren tun. Stehen bei Euch auch Blutproben im Kühlschrank, wie früher zu Hause?
Sonst noch jemand für das Stöckchen aus dem Gewürzregal zu erwärmen? Nur zu!

Dienstag, 9. Oktober 2007

Sprachzentrum geblogt

Während ich mich noch über das mir zugeworfene Stöckchen freue, bemerke ich einen klaren Fall von durch Bloggen ausgelöster Hyperkorrektheit:
Ich denke, sage, schreibe DAS Stock.

[Update zu: mein Blog ist ein Neutrum]

Montag, 8. Oktober 2007

Deutsch als Fremdsprache [Sprachkurse]


"Wir brauchen mehr Sprachen,

aber wir haben nur Kramatik."

[Danke, Ana. Aus einer Deutschkurs-Evaluation]

Samstag, 6. Oktober 2007

brodel

Oh, dieses esoterische pseudopsychologische und pseudowissenschaftliche Geschwätz macht mich so wütend.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

3. Oktober

Freundin E-M ist meine Referenz für alles, was die DDR betrifft. Ihre Familie lebte in der Nähe von Berlin, sie konnten Westfernsehen empfangen und guckten jeden Sonntag Abend Tatort - und jeden Sonntag Abend zur gleichen Zeit, gerade wenn es im Film spannend wurde, war das Bild gestört und sie verpassten die Auflösung.
Erst vor wenigen Wochen hat ihre Mutter erfahren, warum: Die Stasi brauchte für ihre Abhöranlagen angeschaltete Stromleitungen, Fernheizung zum Beispiel oder Telefon. Oder Fernseher. Bei E-M zu Hause haben sie immer sonntags während des Tatort-Showdowns die Wanzen angeschaltet.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Absurde Schilder [4]


Santiago de Chile. Vielen Dank für die Warnung ("Gefahr in 100 m"). Aber entweder habe ich irgendeine Gefahrenquelle übersehen (Steinschlag auf der anderen Straßenseite vielleicht? Radarkontrolle? Marsmännchen-Landeplätze zwischen den Bäumen?), oder da hat jemand noch größere Schwierigkeiten mit dem Abschätzen von Entfernungen als ich.

Freitag, 28. September 2007

Und nach Feierabend noch Scherereien mit der Frau

Die Ankündigung des Fernsehkrimis in der heutigen SZ erinnert mich an einen Witz, den ich nicht zusammenkriege. Ungefähr so: "Erwin, du hier tot auf dem Boden? So kenn ich dich ja gar nicht."
(Kennt den jemand? Den Witz mein ich, nicht Erwin?)
Die SZ macht das so:
"Als der Journalist Elmar Borgel nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, kann er seinen Augen kaum trauen: auf dem Küchenboden liegt seine Frau Sandra - ermordet."
Und das nach einem anstrengenden Tag. Geht doch nicht.

Bücherstöckchen

Ein Stöckchen von Isa, Dankeschön!

Liest Du gerne?
Ja. Ich bin ganz freiwillig Literaturwissenschaftlerin geworden und auch nicht aus Mangel an Alternativen.
Und ich übersetze Literatur auch nicht primär darum, weil man damit so furchtbar reich wird.
Also: Ja!
[Ich wollte hier einen Exkurs zur oft gestellten Frage schreiben, ob man nicht durch ein Literaturstudium, durch Literaturanalysen und Textkenntnis die Freude am Lesen und an Literatur verliert. Es wurde aber gerade zu wirr und zu ausufernd, darum kurze Antwort: Nein! Lange Antwort: Später.]

Wenn ja, welches Genre?
Romane, Lyrik, extrem kurze Prosa.
Zeitungen (bis zum Abo-Ende noch SZ und Spiegel, bis letzte Woche auch FAS).
Blogs (siehe rechts).
Comics (zuletzt gekauft: Toda Mafalda (Gesamtausgabe). Jetzt schon zu Weihnachten gewünscht: Calvin & Hobbes Gesamtausgabe im Schuber).

Ich lese auch Sachbücher, manche gerne, manche nicht so. Viele dieser Sachbücher handeln allerdings wieder von Literatur. Aktuell liegt aufgeschlagen neben mir: Ibáñez Langlois: Para leer a Parra (Seite 101, und das seit Stunden.)
Ich lese fast nie (mehr) Theaterstücke (zuletzt Ionescu: Die kahle Sängerin, zu empfehlen).
Nicht so sehr mein Fall sind Erzählungen mittlerer Länge (also von Kurzgeschichte bis Novelle); für mich bitte entweder richtig verdichtet (halbe Seite?) oder richtig ausführlich. Dennoch liegen neben dem Sachbuch gleich fünf Bände mit argentinischen Erzählungen, aus denen ich noch ein gutes halbes Dutzend Texte auswählen und dann im Winter behandeln (lassen) muss.
Ich lese eigentlich nie Bedienungsanleitungen. Und ebenso selten und fast ebenso ungern Fantasy.

Dein letztes Buch hieß wie?
Ich lese parallel. Auf Deutsch zuletzt zu Ende gelesenes ganzes Buch: Anna Funder: Stasiland, was ich zusammen mit Ossip Mandelstam: Gedichte (in Übersetzung von Paul Celan) geschenkt bekommen habe. Zuletzt "mal wieder" gelesen: gestern Abend Borcherts Kurzgeschichte "Nachts schlafen die Ratten doch" für Percantos Hausaufgabe. Zuletzt "angeschafft" im weiteren Sinne, nämlich per Fernleihe bestellt und gerade erhalten: Juan Luis Martínez: La nueva novela.
Und diese Stapel links von mir sind alle in Arbeit. Bei den Büchern auf dem Nachttisch habe ich den Faden verloren.


Würdest Du es weiterempfehlen?
Stasiland habe ich schon weiterempfohlen.
La nueva novela.Tja... Wem? Ich finde es spannend, allerdings nicht wegen der Geschichte - ich bin noch nicht sicher, ob es überhaupt eine hat. Der Titel "Der neue Roman" ist Programm, es handelt sich um ein formales und inhaltliches Experiment, Auflösung der Genregrenzen zwischen Lyrik und Prosa, aber auch zwischen Literatur und Kunst oder zwischen Autor und Leser. Der Leser bekommt zum Beispiel auf einer Seite eine ganze Reihe Arbeitsaufabgen - ein Verb erfinden, das eine sehr komplexe Situation (die auf vielen Zeilen beschrieben wird) bezeichnet; ein Wort so oft nacheinander aussprechen, bis es abhebt und frei im Raum schwebt etc.

Auf einer Seite, auf der es um Fische geht, sind zwei Angelhaken eingeklebt.
Obwohl es ein spanischsprachiges Buch ist, enthält es auch ein deutsches Morgenstern-Gedicht. Solche Dinge.
Wäre es meines, würde ich es sicher anderen Leuten zeigen und zum Staunen einladen, mir fallen aber gerade wenige Leser ein, denen ich es als Urlaubs- oder Schreibtischlektüre ans Herz legen würde.

Warum hast Du Dir genau dieses Buch zugelegt?
Auf der Suche nach etwas ganz anderem habe ich ein Zitat aus diesem Buch gefunden, das ich mochte: "Los pájaros cantan en pajarístico, / pero los escuachamos en español." Etwa: Die Vögel singen auf vogelsch, aber wir hören sie auf Deutsch. Bzw. Spanisch. Und dann wollte ich sehen, wie der Rest vom Buch ist.

Welches war das miserabelste Buch, das Du je in der Hand hattest?
Inhaltlich? Sprachlich? Ich weiß nicht. "Je" ist ganz schön lang.
Aber eines der technisch miserabelsten Bücher war eine Piraten-Ausgabe von Vargas Llosas La casa verde. Ein Klassiker, den ich aber eben wegen dieser Ausgabe nie zu Ende gelesen habe. In Arequipa (Peru), wo ich damals lebte und das Buch gekauft hatte, waren nur Raubkopien zu bekommen - und die Lektüre war zu unsinnlich und zu frustrierend, besonders für eine Spanisch-Anfängerin. Ich habe das Buch sogar noch (fürs Kuriositäten-Kabinett), aber ist eigentlich unlesbar: In Druckerschwärze ertrunkene Wörter, nicht mehr zu entziffernde Buchstaben in 2 Punkt-Größe mit Tinte für 20 Punkt und auf jeder Seite entweder oben ein bis drei Zeilen abgeschnitten oder rechts die jeweils letzte Silbe. Oder beides. Tut mir leid, Mario.

Bist Du ein Bücherquäler? Entsorgst Du z.B. die Schutzumschläge, machst Eselsohren oder besudelst die Seiten?
Ein Bücherquäler? Ich hoffe nicht. Keine Eselsohren, keine Schutzumschlagsentsorgung. Aber ich markiere und unterstreiche oder male Fragezeichen an den Rand - mit Bleistift. Ich habe mich schon als Kind mit meinem Klavierlehrer gestritten, weil er Fingersätze mit Kugelschreiber eintrug. Das geht gar nicht, weder in Noten noch in Büchern, und das halte ich auch heute noch so. Aber so wie ich in Partituren Zeichen und Singanweisungen eintragen muss, muss ich auch Literatur oft mit Bleistift lesen. Nicht zu reden von Sachbüchern. Gewidmete Ausgaben, Objektbücher wie die Nueva Novela, die meisten Gedichtbände und andere ästhetische Genüsse lasse ich in Frieden, und wenn ich ein Gedicht analysiere oder übersetzen will, mache ich vor dem Bekritzeln eine Kopie und verziere dann die. Aber ich schreibe in Bücher, ja. Ist das Besudeln?
(Musterbeispiel für lieblosen Umgang ist für mich ein Südamerika-Reisender, der sich einen dicken Schmöker mitgenommen hatte und jeden Abend die Seiten, die er gelesen hatte, rausriss und wegwarf. Um Gewicht zu reduzieren. Hm.)

Was machst Du mit den Büchern, wenn Du sie gelesen hast?
Wenn sie gut waren: Noch ein wenig in meiner Nähe behalten. Wieder lesen. Verleihen. Irgendwann einen schönen Regalplatz für sie suchen.
Wenn sie schlecht waren: Mit Missachtung strafen. Nicht zu Ende lesen. Einen versteckten Regalplatz suchen. Sie wieder in die Bibliothek bringen.

Stöckchen weiterreichen:
Merlix (von dem ich eine der schönsten Blog-Geschichten der letzten Zeit gelesen habe. Die andere schönste Blog-Geschichte der letzten Zeit kam von Martina, die den Stock schon hat).
Etosha (auf deren Blog ich schon seit ein paar Tagen nicht komme).
Cassandra (von der ich hoffe, dass sie trotz ihrer Augenplage lesen kann und mag).

Donnerstag, 27. September 2007

Falsche Zielgruppe

Ein älterer Herr mit langem Haar unter der Mütze geht mit einem kleinen Jungen an der Hand durch die Fußgängerzone.
"Wir gehen gleich zur Mama", sagt der Herr, "ich will nur kurz hier gucken." Die beiden bleiben vor dem Schaufenster des Schuhladens stehen und betrachten schweigend die Auslage.
Nach einer Weile schüttelt das Kind den Kopf: "Hier gibt es aber keine Schuhe für Opas."
Der Herr: "Nein?"
Das Kind: "Nein. Nur Schuhe für Onkels."

Mittwoch, 26. September 2007

Absurde Schilder [3]




[Klicken vergrößert: "Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren wegen verschluckbarer Kleinteile."]
Gefunden auf einer handelsüblichen Frisbee-Scheibe. Zum Größenvergleich ein handelsüblicher Daumen (links).

Samstag, 22. September 2007

PINGUINE!

Wie toll! Eine Pinguin-Webcam! Auf dieser Seite der Provinz Chubut kann man 72 Stunden lang - bis morgen Abend - live verfolgen, wie die Magellan-Pinguine in ihrer "Sommerfrische" in Patagonien ankommen.
Zwischendurch Landschaft und Guanacos. "Vigília de pingüinos." Ich bin entzückt.

Donnerstag, 20. September 2007

Obelisco embanderado

Sechseinhalb Jahre nach Aufnahme unserer ganz privaten bilateralen Beziehungen in Buenos Aires feiern auch unsere Länder: 150 Jahre bilaterale Beziehungen zwischen Argentinien und Deutschland - 1857 repräsentiert von General Justo José de Urquiza und Friedrich Wilhelm IV, König von Preußen, 2001 von Percanto und mir.
Das heißt, die Argentinier feiern, und zwar so:


[Foto: Clarín]
Hat jemand mal das Brandenburger Tor angeguckt kürzlich? Ist da auch irgendwelches blau-weißes Tuch zu sehen?

Mobiler Rechtschreibservice

Anfrage per SMS:
"Hallo Percanta! Wie schreibt man am liebsten? Groß oder klein? Am Lliebsten alte Schreibweise. Gruß M."
Antwort per Blog: Sowohl als auch.
"Was ich am Liebsten am liebsten mag, sind seine braunen Augen."

Dienstag, 18. September 2007

... _ _ _ ... / Sierra Oscar Sierra

... oder "Germany no points".
Heute wieder: Highlights meiner telefonischen Sprechstunde. Und das in Gegenwart einer Anglistin, der schon nach fünf Minuten die Tränen (Lachen? Verzweiflung?) auf die Akten tropften. Ich sollte Eintritt nehmen.

Anruf aus Tunesien.
Tunesier: "Do you speak English?"
Percanta: "Yes, I do." [More or less.]
T: "What?"
P: "Yes! English."
T: "Ok. I want to know if you got my fax."
P: "Well, let's have a look. What's your name?"
T: "My name? Why?"
P: "I want to see if I've got your fax, but I don't know who you are. What's your name?"
T: "... ... .... Hm. No. My name no."
P: "Okay, what did you want to know? Why did you send the fax?"
T: "What?"
[wir blenden für 10 min. aus. Am Ende bitte ich ihn, mir seine Frage einfach noch einmal in einer Mail zu schicken.]
T: "But you can send a fax!"
P: "No... I don't know who you are, I don't know your number, AND I don't know what you wanted to ask. So I can't respond."
[Wir einigen uns dann doch, dass er mir mailt. Ich soll ihm unsere E-Mail-Adresse diktieren. Da wir gefühlte 700 Mal am "@" scheitern, bitte ich ihn, die Adresse von der Homepage zu holen, dort wo er auch die Faxnummer gefunden hat.]
T: "Okay. Tell me the address of webpage."
[Gut. Wir versuchen es erneut. Die Buchstabenfolge ist in der Wiedergabe hier verändert...]
P: "We start once again from the very beginning. First letter is F. F like France."
T. "Ok."
P: "I. I like India."
T: "India?"
P: "Like India. Or like Ireland."
T: "Ah. Or like... Ice. Or like I."
P: "Or like Ice. Ok. Next one: G. G like Germany."
T: "WHAT?"
P: "G. Like Germany. Or Ghana."
T: "What? Spell more slow!"
P: "Dddschiiiiii. Germany. The first letter of the word "Germany". Or Ghana. Or Great Britain."
T: "G. Hm. With one or with two points?"
P: "G - without points! Like ..."
[...]
P: "... and than a "minus". "
T: "WHAT?"
P: "It's not a letter. It's a sign. A little line. Minus."
T: "what?"
P: "Minus, like in mathematics. To subtract. That little sign, it's like a flying line, horizontally."
T: "Ah, that's not a minus. That's a slash."
[...]
P: "V. The next letter is V. V like Vietnam."
T: "Double-U."
P: "No, not double, just one of them. A single V. Pointed below. Sharp. Not double. And not an U."
[...]
P: "... and another G. G like Germany. Ghana. Great Britain."
T: "With two points?"
[...]

Nein, internationaler Code geht nicht besser. Ich werde es in Zukunft direkt mit Buchstabenbeschreibungen probieren.
P. Like a tennis-racket.
Q. Like a cat. The back of a sitting cat.

Oder mit dem Flaggenalphabet.
G. 3 blaue und 3 gelbe Streifen. Vertikal.
V. Rotes Kreuz auf weißem Grund. Auch: "Ich brauche Hilfe."
Und schließlich N. Blaue und weiße Quadrate, 4 x 4. N. Heißt auch "NEIN". Oder: "Abbruch der Wettfahrt."
Abbruch der Wettfahrt. Sofort.