Freitag, 30. November 2007

Plan [Mitspielen!]

Also, ich gewinne ja am Wochenende im Lotto. Ich weiß nur noch nicht mit welchen Zahlen.
Ich werde vier Reihen spielen: Eine mit meinen Zahlen, eine mit Percantos Zahlen, eine mit gemischten Zahlen - und die vierte möchte ich hier zusammenstellen lassen.
Jeder darf eine Zahl kommentieren, und die ersten 5 Zahlen plus eine von mir werden es. Und wenn diese Reihe den Jackpot knackt, wird großzügig geteilt.
[Jeder nur eine Zahl, jede Zahl nur einmal, zwischen 1 und 49...]
Also, was tippen Sie?

Update 17.40 Uhr: Ich bin um kurz vor 3 aus dem Haus gegangen und habe getippt. Das heißt, Isas Tipp für die 5. Zahl kam zu spät, oder ich ging zu früh. Das heißt, ich habe nun zwei Zahlen beigesteuert, die sich allerdings aus den bisherigen Kommentaren ergaben. Das heißt aber auch, wenn die 39 die einzig fehlende Zahl ist... denken wir diesen Gedanken nicht zu Ende.
Im Kiosk standen an allen freien Oberfläche Leute und kreuzten Zahlen an. Offenbar fast alles Lotto-Anfänger, alle ließen sich das Prinzip erklären und die Kioskbesitzerin erklärte mit Engelsgeduld. Kicherige Stimmung, am Ende habe ich "allen viel Glück" gewünscht, und sie mir.
Wie lange noch?
Update 20.06 Uhr: Naja, fast! Romi und Maik lagen richtig, ich auch (ich habe konsequenterweise den Zwölfelf gewählt, also die 23).
Hälfte richtig heißt Hälfte von 38 Mio, oder? Kommt, nicht enttäuscht sein. Damit kommen wir auch weiter! Für einen neuen Lottoschein wirds reichen.

Donnerstag, 29. November 2007

Hals-Content [3]

Halsweh mal wieder.

("Die Tagesdosis sollte 8 Lutschtabletten nicht überschreiten." Wie jetzt. Gilt vermutlich nur für die Zeit mit Tageslicht.)

(Illustration vom Bruder gemalt, als er noch ein wirklich kleiner Bruder war. Wenn man es groß klickt, kann man die Schnute der Giraffe und ihre schönen blauen Augen sehen.)

Namen international

Wieder einmal Träger außergewöhnlicher Namen in der Sprechstunde gehabt:

Herr Rex Ngwenya
und
Frau Annettes Alfred Hitchcock

Montag, 26. November 2007

Percanta guckt streng

Späterer Abend, Dunkelheit, ich gehe unter der Last meines Rucksacks und der nicht geschafften Seiten nach Hause, als mich im Licht eines Kiosk-Eingangs ein junges Mädchen anhält. Hübsch, brauner Pferdeschwanz, flehender Blick aus braunen Augen:
"Entschuldigen Sie, können Sie mir bitte helfen? Würden Sie für mich da reingehen..."
Sie weist auf die offene Tür des Kiosks und ich ergänze ihre Bitte im Kopf: ... die betrügen mich ums Wechselgeld/ der Typ hinter dem Tresen macht mich so obszön an, ich trau mich nicht allein rein/ ... und knöpfe bereits mein rotes Superheroe-Cape zu, als sie mir 5 Euro hinhält:
"... und mir Kippen kaufen? Ich bin noch keine 16."
Falsche Adressatin, Mädchen.
Ich kaufe aus Prinzip niemandem Zigaretten, ich bringe keine Zigaretten mit und stecke sie auch weder an noch ein. Und ganz sicher kaufe ich keiner Konfirmandin Kippen, weil sie selbst noch nicht darf.
Chupa-Chups?

Samstag, 24. November 2007

Hicken

Mit Schluckauf macht man sich ja ein bisschen lächerlich.
Besonders bei Chorproben.

*hjnc* [Edit 2:10 Uhr: *hjnc*]

Donnerstag, 22. November 2007

Google-Leser fragen, Percanta antwortet

Aus der Fülle der eingegangen Anfragen haben wir einige ausgewählt, die von Interesse auch für die übrige werte Leserschaft sein können.
Als Haupt-Themenkreise haben sich die Fragen nach Organspenden, nach der Bahncard und nach der Sonntagsruhe herauskristallisiert. Das, liebe Leserinnen und Leser, treibt Deutschland um!
Alles medizinischen Fragen werden in eine Sondersprechstunde verschoben, für die wir den jungen Arzt Hermano #1 zu gewinnen suchen. Aus den anderen Wissensgebieten nun einige Fragen im Detail:


limericks zum geburtstag
Ein Limerick ist ein gerngenommenes Geschenk. Soll es auf den Jubilar abgestimmt sein, empfiehlt es sich sehr, selbst zu reimen, was übrigens überhaupt den Reiz eines Geburtstagsgedichts oder sonstiger handgefertigter Geschenke ausmacht; ich weiß also nicht, was Sie hier eigentlich suchen. Selber dichten! Wie ein Limerick formal aussieht, verrät Ihnen gerne Frau Nic. Für den angemessenen Inhalt sorgen Sie dann selbst.
(Gegen angemesse Vergütung lassen die Mitglieder des VHMLH und auch Isas Leser möglicherweise mit sich reden und helfen beim Versen.)

sparkassenkarte entsperren sparkassenkarte wieder entsperren
Wieder?
Genau wie letztes Mal. Und passen Sie in Zukunft auf Ihren Kram auf.

was entspricht nicht der internet-etikette?
Pöbeln, Bilder oder Texte klauen, Saft über die Tastatur kippen.

überraschungseierfiguren wegschmeißen?
Auf jeden Fall! Sofort! Und zwar in den Müll und Deckel zu, nicht etwa bei Ihrer Mutter ins Küchenregal stellen, das ist nicht nett. Sie wissen doch, dass Ihre Mutter nichts mit Gesicht wegwerfen kann, und Geschenke ihrer Kinder schon gar nicht.

teddy wegschmeissen?
Sind Sie wahnsinnig? Sie können doch nicht Ihren Teddy wegschmeißen?! Stellen Sie sich vor, wir würden das mit Ihnen machen. Also. Unglaublich.
[Edit, weil es mir nicht aus dem Kopf ging, als ich heute morgen mit meinem Teddy im Arm aufwachte, ja, so geht man mit seinen Freunden um: Wer Teddys wegschmeißt, der bläst bestimmt auch Frösche auf.]

Bahncard will nicht bezahlt
Wer jetzt genau?

kündigung bahncard 25 2007
Kann man machen. Also, wenn Sie eine Bahncard haben, natürlich. Und 2007 ist auch nicht mehr lang.

wechseln von bahncard 50 zu bahncard 25
Auch das kann man machen, hier allerdings sind die Voraussetzungen eine Bahncard 50, ein charmantes Lächeln und ein wenig Geduld. Und die Möglichkeit, dann zwei Bahncards Ihr eigen zu nennen und zu zahlen, müssen Sie einkalkulieren.

bahncard automatisch verlängert was tun
Zug fahren.

was reimt sich auf decke
Hecke, Wecke/wecke, Schnecke, Zecke, Recke, Flecke, lecke, verrecke, verdrecke, Bestecke, kecke, schlecke...
(Anders als das Reimlexikon bin ich übrigens nicht der Meinung, dass sich "Spital-Wolldecke" besonders gut auf "Decke" reimt.)

5. klasse merkwürdige post
Geht es etwas genauer? Bekommt Ihre 5. Klasse merkwürdige Post? Möchten Sie eine solche verschicken? Erhalten Sie von einer 5. Klasse Post, die einfach nur, nun, merkwürdig ist? Oder sind Sie vielleicht Deutschlehrer und es handelt sich um Hausaufgaben? Gucken Sie nochmal nach.

violeta parra yo pisare las calles nuevamente
Ein großartiges Lied, aber nicht von der ebenfalls großartigen Violeta Parra. Gucken Sie mal bei Pablo Milanés.

nudel brücken bauen
Und in Afrika hungern Kinder.

in welchem bundesland liegt der ruhrpott
Nordrhein-Westfalen.

percanta brille
Ja, meistens aber Kontaktlinsen. Warum?

Eine echte Erweiterung der allsonntäglichen Frage nach der Ruhestörung:
sonntagsruhe fenster putzen
Ob Sie das dürfen? Ich meine: natürlich. Es sei denn, Sie verwenden dafür Laubbläser. Oder leben in meiner Straße, da reagieren einige Nachbarn etwas empfindlich auf alles über 2 Dezibel, und diesen Lärmpegel dürfte schon ein handelsüblicher Putzlappen erreichen.
(Disclaimer: Dies ist keine theologische Antwort. Dafür wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Kirchengemeinde, Danke.)

Übrigens möchte ich all die Sonntagsruhe-Nörgler auf folgende Anfrage verweisen:
Die einsamkeit am sonntag
Also, bevor Sie wegen ein bisschen Bach die Polizei rufen, gehen Sie selber rüber und trinken Sie einen Tee miteinander. Dann ist beiden geholfen.

kann ich die spalten in meinen laminat verschließen
Woher soll ich das wissen? Was haben Sie denn sonst so drauf, handwerklich?

bettdecke für zwei
Kann ich nicht empfehlen. Zwei Menschen, die schlafen wollen = zwei Bettdecken, so sehe ich das. Was allerdings kuschelig sein kann, ist eine Bettdecke für zwei für sich allein zu haben. Doch, gerade im Winter sicher nicht unangenehm. Mit einer Wärmflasche an den Füßen.

matratzen rutschen auseinander
Wann genau?
Lösungsmöglichkeiten: Sicherheitsnadeln, weniger Akrobatik, ein klassisches Bett mit Seitenwänden.

percanta schlafen
Sehen Sie, genau das kommt nämlich dabei raus: Dass Percanta nicht schlafen kann. Also, zwei Decken, nicht bewegen, nicht schnarchen.

lirik illapu auf deutsch
Lyrik. Noch deutscher: Dichtung.

j
Das ist die vermutlich kürzeste Google-Anfrage ever, und bei 2.240.000.000 Treffern bei Suche „j“ staune ich, dass Sie ausgerechnet bei mir gelandet sind! Haben Sie denn gefunden, was Sie suchten?



Montag, 19. November 2007

Vorhin auf dem Heimweg gedacht

Lässig: Nach elf Stunden Job und Bibliothek einfach schon nach Hause zu gehen.
Bedenklich: Das lässig zu finden.

Beiläufige Nebensätze, traurig

eins größer

So, nehme mein Matschauge (aua) zum Anlass, Leserinnenwünsche zu erfüllen. Jetzt mit größerer Schrift - Zwischengrößen gibt es leider nicht.
Besser so?

Sonntag, 18. November 2007

Wohnen, Update

"Kann man denn da wohnen?"
Ja. Heute Nacht habe ich allerdings um 5 Uhr die Wohnungstür von innen abgeschlossen und habe nicht vor, das zu ändern.
Percanto kam um diese Zeit vom Tango aus der Landeshauptstadt nach Hause und stand halb bedröppelt, halb wütend in der Schlafzimmertür: Fahrrad geklaut. Aus dem Keller heraus. Als er kam, stand die Haustür sperrangelweit offen und er schaute sicherheitshalber in den Keller; wir hatten nämlich schon einmal Übernachtungsbesuch dort unten, der uns auch noch hübsch alles vollgekotzt hatte. Penner fand er heute Nacht nicht, sein Fahrrad allerdings auch nicht.
So ein Mist. Erstens war es ein gutes Rad, zweitens überhaupt, und drittens ist es ein großartiges Gefühl, dass nachts einfach jemand in Dein Haus spaziert.



Samstag, 17. November 2007

Wohnen

Gestern Abend hat eine Mitsängerin den halben Chor bekocht, Anlässe gab es diverse, einer war ihre neue Wohnung. Wir saßen auf Umzugskisten oder selbst mitgebrachten Hockern, aßen mit schwerem Silberbesteck weihnachtlichen Hasen mit hausgemachten Semmelknödeln und waren von Essen und Wohnung sehr beeindruckt. Drei Zimmer in einer Fachwerk-Altbauwohnung, anders als unsere eigene Fachwerk-Altbauwohnung aber ohne Laminat und Papp-Zwischenwände mit hässlichen 80er-Jahre-Türen in Normhöhe (bei 3,50m-Decken), sondern komplett mit Dielenböden und den ursprünglichen, oben halbrunden Türen samt angeschliffenen Glasscheiben - wunderschön.
Gestrichen waren die Wände in einem erstaunlichen Mintgrün (Schlafzimmer), Zartgelb (Arbeitszimmer) und abgetöntem Blau (Wohnzimmer), Wohnzimmerdecke in einem noch dunkleren Blau, Tendenz Flieder, alle Absätze, Türen, Rahmen weiß. Dazu alte oder extrem moderne Möbel, im blauen Salon standen außer den unausgepackten Kisten nur ein Sekretär, ein Flügel und ein knallgrünes Sofa.
Die Mitsängerin erklärte uns die doch überraschenden Farben der Wände: Keine Ikea-Inspiration, kein Feng-Shui: Sie ist Historikerin und hat sorgfältig genau die Farbtöne ausgewählt, die üblich waren, als das Haus im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Stimmt - diese Farben kannte ich aus Goethes und Schillers Wohnhäusern in Weimar. Eine Konsequenz, die ich mitsamt den Brüchen (Sofa) sehr schön finde.

(Und die eigene Wohnung erscheint umgehend schrabbelig und lieblos - im Vergleich zum Eingangsbereich des Hauses, der in einem Durchgang zu den Hinterhöfen liegt und darum Pennern Nachtquartier und Sprayern Platz für Graffiti bietet, ist allerdings auch sie fast "Schöner Wohnen". Als ich heute Vormittag das Haus verließ, kam eine Kleinfamilie vorbei, d
as Kind schaute mich und unsere Haustür an, fragte im Weitergehen die Eltern: "Kann man denn da drin wohnen?" Man kann. Trotzdem der heiße Wunsch nach weißen Flügeltüren.)


Donnerstag, 15. November 2007

Verschiedene Erkenntnisse zu Geistis

Aus Anlass meiner Kündigung bei Brotjob 1 (ich habe ein Stipendium! Ich habe ein Stipendium!) hier ein altes Posting, was ich noch bearbeiten wollte und dann vergessen habe. Jetzt unbearbeitet und mit einem halben Jahr Patina.
* * *
Letzte Woche haben die Putzfrauen in der Bibliothek aus irgendeinem Grund mitten am Tag alle Glastüren geputzt. Ich saß mit dem Rücken zu einer Frau, die eine große Scheibe wienerte und sich wirklich sehr bibliotheksleise verhielt. Dennoch konnte ich mich nicht auf meinen Text konzentrieren, weil ich mich so unwohl gefühlt habe: Da zu sitzen und zu lesen, während sie dort arbeitet.
Es hat eine Weile gedauert, bis ich darauf gekommen bin, dass das was ich da tue, auch Arbeit ist. Auch wenn ich keine Gummihandschuhe dabei trage.

Den Studenten im allgemeinen und uns Geisteswissenschaflern im besonderen wird gerne unterstellt, wir würden in den Tag hineinleben, bis Mittag schlafen und danach, wenn wir Literaturwissenschaftler sind, quasi zu unserem Vergnügen Romane lesen und das Studium nennen.
Nach einigen Erfahrungen im (Niedriglohn-)Arbeitsleben (vgl. dazu die Kampagne "Mileurista = Tausendeurist") komme ich zum Schluss, dass das Zeitmanagement tatsächlich eines der Geisteswissenschaftler-Probleme ist, allerdings ganz anders, als das Klischee will.

In meinem Brotjob 1 sitzt neuerdings eine Azubine im Zimmer nebenan, sie lernt Sachbearbeiterin (vulgo Sekretärin, oder?) und soll für die nächsten Wochen in unserer Abteilung arbeiten und lernen. Ich bin deshalb gebeten worden, sie bei interessanten Fällen zu mir zu holen und bei Fragen ihrerseits zu helfen und zu erklären, ihre Arbeit aber nicht zu erledigen, außerdem solle ich gelegentlich Aufgaben abgeben. Die Azubine trägt kurioserweise den Namen eines sehr schlanken Baumes, nennen wir sie hier Frau Fichte; ihr Körper entspricht dem Bild aber gar nicht, sie ist, wie sagt man das pc, "gewichtsmäßig herausgefordert" und bewegt sich betont langsam. Sie geht aber relativ regelmäßig aus dem Büro und dem Gebäude, und ich habe mich immer gefragt, wo sie hin will, bis mir gestern aufging, dass sie einfach Pause macht. Da wir anderen drei v.a. Beratung machen und eigentlich immerzu jemanden im Zimmer oder am Telefon haben, ist "Pause" eine ganz neue Idee. Gut, sie soll Pausen machen!
Mein Morgen bei Job 1 sieht normalerweise so aus, dass ich Menschen berate, lange Gespräche in allen verfügbaren Sprachen oder notfalls mit Zeichensprache und Bildchen führe und versuche, sie einen Schritt weiter zu bringen auf dem Weg hin zu Kommunikation und Integration. Außerdem führe ich Papierkrieg mit verschiedenen Ämtern und Einrichtungen, beantworte Mails und Telefonate, schicke Briefe nach Tunesien, in den Gaza-Streifen oder Kamerun, und zwischendurch renn ich immer die Wendeltreppe in den 2. Stock hoch, um im Postraum Pässe und Anträge zu kopieren.
Alles ganz normal. Ich gehe zwar nicht erst, wenn ich mit allem fertig bin, aber doch auch nicht, bevor nicht alle Leute, die vor der Tür warten, einmal bei mir waren. Dienstschluss ist darum ein dehnbarer Begriff. Wie gesagt, alles ganz normal und kein Grund, sich zu beschweren.
Am Ende des gestrigen Tages mit Frau Fichte wurde mir plötzlich die grundsätzliche Differenz zwischen einem Geisteswissenschaftler üblicher Prägung und einem Azubi oder ehemaligen Azubi üblicher Prägung klar.
Ich hatte seit etwa 20 min Schluss und musste dringend zu Brotjob 2, hatte gerade noch einen Brief zugeklebt, der ebenfalls dringend weg musste. Natürlich könnte ich ein weiteres Mal die Wendeltreppe zum Postraum im 2. Stock hochlaufen und mache das üblicherweise auch mit der Post der Zimmernachbarn. Ich war aber wirklich in Eile und fragte, während ich packte, Frau Fichte, ob sie noch einmal hochgehen würde.
Frau Fichte: "Ja."
Percanta: "Schön. Wären Sie so nett und würden den Brief hier mit in den Postraum nehmen?"
Frau Fichte [guckt mich lange an]: "In den Postraum? Naja... SO hoch wollte ich eigentlich nicht gehen. Nur in den ersten Stock."
Percanta: "Ach, Frau Fichte, wenn Sie es dennoch irgendwie einrichten könnten, wäre ich Ihnen wirklich sehr verbunden."
Sie hat dann nachgegeben.

Daraus abgleitete Erkenntnisse am Abend:
Geisteswissenschaftler lernen im Studium vor allem dies:
Dass es normal ist, zu frei definierbaren Zeiten zu arbeiten. Frei definierbar heißt vielleicht im Studium auch mal "irgendwann anfangen", heißt aber insbesondere, keinen Endzeitpunkt zu haben. Um von Überstunden zu reden, müsste man ja erst mal die normale Arbeitszeit definieren, was üblicherweise wegfällt. Also ist mehr arbeiten ganz normal.
Dass man zwar lange studiert, aber dafür weder als Praktikant noch im Job Geld verlangen kann. Wir machen ja etwas, was Spaß macht, und andere Germanisten/ Romanisten/ Historiker gibt es wie Sand am Meer.
O-Ton eines Telefonats, in dem meine Dienste als Übersetzerin angefragt wurden: "Mein Chef hat gesagt, ich soll erst mal fragen, ob Sie es umsonst machen." Äh - nein?! Inzwischen nicht mehr. Es sei denn, ein Verlag haut mich übers Ohr.
Frau Fichte dagegen ist es glaube ich völlig klar, dass sie für das, was sie tut, auch Geld verlangen kann. Und wieviel.
Wir müssen das erst mühsam lernen.
Und aufhören und Nein sagen und nach Hause gehen auch.
* * *
So, jetzt lese ich weiter und nenne es "Arbeit".


Mittwoch, 14. November 2007

aus dem Tagesgeschehen

Wenn die geneigten Leser mir vielleicht noch für zwei Stunden die Daumen drücken mögen? Die Kommission berät und entscheidet in diesen Augenblicken über meinen "Plan B".
Danke.

(And now to something completely different: Schnee, auch hier.)


Edit 19:13 Uhr:
"Antrag in vollem Umfang gebilligt."
Das heißt: Stipendium! Und das heißt: Sekt!
Und zwar für Euch, Danke allen Glück-Wünschern!



Sonntag, 11. November 2007

Wein

So richtig ist der Funken nicht übergesprungen bei der Lesung von Antje Rávic Strubel. Große Heiterkeit auf beiden Seiten löste allerdings die Anmoderation aus. Die niedliche, lockige Germanistikstudentin stellte Rávic Strubel dem Publikum vor, berichtete von Leben, Büchern und Erfolgen und kam schließlich zu den Preisen: "... außerdem bekam sie 111 Flaschen Wein", stutzte, guckte ins Publikum, zuckte mit den Schultern: "Was auch immer man damit macht."
(Publikum und Autorin halfen mit Vorschlägen aus.)


Freitag, 9. November 2007

Wetter auch

...erreicht in Böen Orkanstärke mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu. Wetter auch, und dann pflegt mein Vater dies zu zitieren: "O wie ist der Mann zu loben, der solch unvernünftges Toben/ Schon im voraus hat bedacht und die Häuser hohl gemacht!"

Korrekt

J. ist inzwischen 18 Monate alt und fröhlicher Besitzer eines großen Wortschatzes. Wenn er einen Silberlöffel im Mülleimer versenkt, kommentiert er das im Tonfall seiner Mutter mit "Ach nee, ne", er weiß, dass der Hund (sein Opa hat ihm "Wauwau" abtrainiert und "Hund" beigebracht) im Bilderbuch "angeleint" ist und bestellt an der Fleischtheke selbständig "Lami" und "Dieschen" (dass die Radieschen nicht bei der Wurst liegen, bekommen wir später). Sein Sprachzentrum funktioniert auch nachts ausgezeichnet, weshalb seine Mutter jetzt bei den Schlafliedern schummelt - einige Texte provozieren noch aus dem Halbschlaf Fragen. Blümelein geht, Äugelein nicht.
Beim die ganze Liederzeremonie abschließenden "Müde bin ich, geh zur Ruh', schließe meine Äuglein zu" kommt aus der dunklen Tiefe des Gitterbettchens ein "Augeln? Mami, AugeLn?", und um nicht nachts in linguistische Diskussionen zu treten, schließen wir jetzt Augen, nicht Äuglein.

(Findet Sprachschützerin Google übrigens auch. "Meinten Sie "Augen zu"?")


Mittwoch, 7. November 2007

Nerven zeigen & immer schön im Kreis drehen

Frust zusammen mit Panik ist keine so richtig gute Kombination.
(Und dass finanzielle Sorgen einen derartig blockieren können, hätte ich früher auch nicht für möglich gehalten.)


Montag, 5. November 2007

Das Gold-im-Mund-Paradoxon

Großartig, die neue Woche mit einem Paradoxon zu beginnen. Ich kam mir trotzdem ein bisschen dämlich vor, als ich heute Morgen ins Büro gestolpert kam:
"Tut mir leid, ich bin zu spät, weil ich viel zu früh aufgestanden bin."
Doch! Wirklich!
Ich bin so früh aufgestanden, dass ich nicht nur mit dem Herrn Gemahl frühstücken konnte, sondern auch noch angefangen habe, Dinge zu tun, für die ich sonst niemals vor dem Brotberuf am Montag Zeit habe. Das morgige Seminar planen, Mails beantworten und diese einen Unterlagen suchen. Und ohne meine übliche Hetze am Morgen war es dann plötzlich halb und ich hatte noch den Handtuchturban auf dem Kopf. Und war 10 Minuten zu spät bei der Arbeit.
Morgen ignorier ich den Wecker wieder.


Samstag, 3. November 2007

Merlix schaut in die Zukunft

... und schreibt mir ein Horoskop. Ihnen bestimmt auch, hier. So wird meine Woche:

Löwe

Na, das hatten wir schon mal schöner. In dieser Woche besser mal den Ton etwas leiser drehen, ein paar Auftritte auslassen und vielleicht den einen oder anderen Abend zuhause bleiben. Sollten Sie zuhause übrigens seltsame Stimmen hören – machen Sie sich keine Sorgen. Wahrscheinlich sind Sie nicht verrückt, sondern haben nur Familie. Mit der könnten Sie bei der Gelegenheit auch mal wieder ein paar Worte wechseln.

Das einzige Horoskop mit Kommentarfunktion übrigens, feine Sache. Aber das mit den Abenden versteh ich nicht. War gestern (wie auch vorgestern, nebenbei bemerkt!) doch schon kurz nach Mitternacht zu Hause, und heute habe ich nach der Bibliothek nur noch diese Probe, für das Konzert morgen Abend, und... Entschuldigung, ich muss los.

Freitag, 2. November 2007

Freitagsfisch


Mittagessen in der Mensa. In das Gespräch mit der Kollegin vertieft merkte ich erst kurz vor der Schwanzflosse, dass diese panierte Scholle noch fast völlig roh war.
Jetzt versuche ich meinen Magen davon zu überzeugen, dass das ja auch nicht viel anders ist als Sushi. Sushi à la Mensa.


(Mit Illustration, als Ausgleich zum fehlenden Bild in der Sidebar.)

Donnerstag, 1. November 2007

Frage an die werten Leser

Liebe Blog-Leser,
was sehen Sie hier eigentlich?
An einem fremden Computer habe ich heute gemerkt, dass im Explorer meine Blogroll auf der rechten Seite nicht angezeigt wird, auch mein nach Schubladen sortiertes Blogarchiv oder das Profil (in dem eh nichts steht) sind weg. Dort sind nur ein paar gestrichelte Linien.
Im Firefox kann ich das alles sehen.
Explorer-Nutzer, was kann man von Ihren Computern aus in der rechten Spalte lesen? Und ganz unten auf der Seite?
Wie ist es bei Opera oder Safari oder...?
Und, noch wichtiger: Weiß jemand, wie man das Problem beheben kann?
Danke!
---
Edit:
Zur Hülfe!
Jetzt lässt sich auch das Bild rechts oben nicht mehr ändern. [Eigentlich hab ich wirklich genug vom schlechten Wetter auf Chiloé.] Meine ganze Sidebar kollabiert, jetzt aber mit Fehlermeldung: "Please correct the errors on this form". Hä?
Rettet mir.
---
Verzweiflung.
Neue Vorlage ist sehr länglich, ändert aber nix an den Problemen. Jetzt kann ich gar keine Bilder mehr in die Sidebar stellen.
"Bitte korrigieren Sie die Fehler im Formular." WIE?!
Heul.