Samstag, 29. März 2008

Qualitätsverlust

Erstaunlich ist der plötzliche und massive Qualitätsverlust eines Reisebrotes bei Wiedereintritt in die heimische Sphäre.

Morgens vor Beginn der Reise ist es ziemlich okay, selbst wenn die zugeklappte Brotvariante nicht die favorisierte ist.
Während der Fahrt ist es großartig, lecker, verlockend, aber auch wert, gut eingeteilt und noch einige Stationen aufgehoben, um dann mit noch mehr Genuss auf dem Umsteigebahnhof oder der öden Strecke zwischen den großen Städten verzehrt zu werden.
Sobald aber das Ziel erreicht und die Wohnungstür durchschritten ist, verliert das Reisebrot mit sofortiger Wirkung und irreversibel Form, Konsistenz, Geschmack und überhaupt jeglichen Reiz.

Der abrupte Qualitätsverfall tritt auch ein, wenn man das Brot weder selbst belegt noch den Tag über begleitet hat. Meine Omi hatte immer ein oder zwei Reisebrote zu viel, und bei uns angekommen schlug sie dann vor, wir Kinder könnten ja zum Abendessen ihre 'Hasenbrote' haben. Wir waren nicht begeistert.

Gleiches gilt auch für Bibliotheks-Abendbrot, das zu Hause vergessen und am Abend dort wiedergefunden wird. Aufgeklappt, mit mehr Käse belegt und im Ofen überbacken wird es akzeptabel. Leidlich.

Kommentare:

  1. Du hast hier ein großes Menschheitsproblem gelassen angesprochen. ;)) Wo kann ich unterschreiben?

    Wir haben als Kinder immer unsere übrigen Jausenbrote in das Kornfeld geworfen, das am Heimweg von der Bushaltestelle friedlich vor sich hinwogte. Mitsamt der Alufolie, versteht sich. *g* Die rottet dort vermutlich immer noch vor sich hin. Unter dem Haus, das an dieser Stelle heute steht.

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  2. Das zählt als unterschrieben. (Ändert die Unterschrift denn was am Problem?)
    "Jausenbrote", hübsch. Schlimmer als die Pausen- oder Schulbrote war der mitgenommene Saft. Da setzte der Verfall schon etwa in der ersten Pause ein, was außer an der Psyche auch an den nicht sorgfältig gepflegten, nicht immer zu Hause ausgepackten und darum im Deckel vielleicht wirklich etwas gammeligen Flaschen gelegen hat.
    (Meine Mutter trifft keine Schuld.)

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  3. Beim Grünkohl ist das umgekehrt, der schmeckt am zweiten Tag besser. Mysteriös.

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  4. Aber nur, wenn man ihn dazwischen nicht irgendwohin mitgenommen und wieder heimgebracht hat. ;)

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  5. Das gilt vermutlich nur für kalte Speisen im allgemeinen und Brot im besonderen. Denn: "Wovon sie am meisten schwärmte, war das wieder aufgewärmte"!

    Wir können das aber gerne mal mit Frau Isabos Grünkohl wissenschaftlich verifizieren.

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  6. Lasagne schmeckt auch am 2. und 3. Tag immer besser. Chili auch.

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  7. Bei Lasagne liegt das aber in erster Linie an der gebesserten Schneidbarkeit. :) (Vom Chili kann man das allerdings nicht behaupten.)

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